Agilisierung: Der Hype in der Schweiz flacht ab

Grafik: SwissQ
Aber der Einsatz von Agile in Projekten hat weiter zugenommen.
 
SwissQ hat schon zum elften Mal in Folge seine Studie "Trends & Benchmarks" zur Schweizer Software-Entwicklungszene veröffentlicht und dafür rund 400 Experten aus der Community befragt. Der umfangreiche Report dreht sich um viele Themen, von Vorgehensweisen in der Softwareentwicklung, DevOps, Requirements-Engineering und Testing bis zur Art, wie Unternehmen die Transformation angehen. An dieser Stelle werden nur einige wenige der Resultate herausgegriffen.
 
Der Hype um Digitalisierung und Agilisierung habe sich abgeflacht, fasst Silvio Moser, der CTO von SwissQ, einige der Resultate zusammen. Viele Unternehmen, so setzt er hinzu, würden "erkennen, dass es für zufriedene Kunden und um die Konkurrenz in Schach zu halten nicht nur einige Leuchtturm-Projekte braucht".
 
Das ändert aber nichts daran, dass die Häufigkeit des Einsatzes von Agile als vorwiegende Vorgehensweise in Projekten ein weiteres Mal zugenommen hat. 2018 habe man noch spekuliert, ob Agile mit einem Anteil von 60 Prozent an allen Projekten möglicherweise den Höhepunkt erreicht habe. Nun, ein Jahr später, ist der Anteil aber nochmal um knapp zehn Prozent auf 68,4 Prozent gestiegen. Gleichzeitig ist der Einsatzhäufigkeit von klassischen Wasserfall-Methoden als vorwiegende Vorgehensweise um 8,5 Prozent auf zuletzt noch 20,1 Prozent geschrumpft.
 
Die Einschränkung "vorwiegende Vorgehensweise" ist hier aber wichtig. Denn auch die hybride Vorgehensweise, hält Moser fest, sei ein "Trend, der sich durchsetzt." Vor allem in Projekten, die an sich vorwiegend als "Wasserfall" geführt werden, wird, wie die Zahlen zeigen, in den letzten Jahren kontinuierlich mehr auch mit Scrum, Kanban und anderen agilen Methodiken gearbeitet.
 
In agilen Projekten ist Scrum weiterhin die deutlich am meisten verbreitete
Grafik: SwissQ
Methode, stagniert aber bei einem Anteil von 79 Prozent. Kanban und SA Fe haben dagegen stark zugelegt und liegen nun bei 35 und 33 Prozent.
 
Der Anteil der Befragten, die ihr Unternehmen an sich als agil empfinden, ist übrigens verglichen mit 2018 auch um rund zehn Prozent auf 39 Prozent gestiegen. Agil bedeutet in diesem Zusammenhang, dass es eine Netzwerk-Struktur aufweist, anpassungsfähig ist und fähig, schnell Entscheide zu treffen. Immer noch sind allerdings die Leute, die ihr Unternehmen als "bürokratisch" bezeichnen (hierarchisch, starre Prozesse, hohe Spezialisierung) mit 49 Prozent in der Mehrheit.
 
Der volle Report kann hier kostenlos, allerdings gegen Herausgabe einiger persönlicher Daten, heruntergeladen werden. (Hans Jörg Maron)