Neue Abraxas schreibt im ersten Jahr Verlust

Trotz schlechtem operativen Ergebnis entwickelt sich die mit VRSG fusionierte Abraxas nach eigenen Angaben "weitestgehend wie geplant".
 
In den heute vorgelegten Geschäftszahlen weist Abraxas nach dem im letzten Sommer auch von den Aktionären bestätigten Zusammenschluss mit der VRSG einen operativen Verlust von 10,7 Millionen Franken aus. Im Jahr zuvor lag der Verlust noch bei 2,1 Millionen Franken. Das neue Unternehmen "entwickelt sich weitestgehend wie geplant", heisst es dennoch in einer Mitteilung.

Damit wird eine Aussage von Verwaltungsratspräsident Eduard Gasser aufgenommen, der bereits bei der Verkündigung der letztjährigen Zahlen angekündigt hatte, dass besondere "Massnahmen im Zusammenhang mit dem Firmenzusammenschluss sich 2018 im operativen Ergebnis der neuen Abraxas nochmals niederschlagen" werden. Wenig überraschend wird zudem eingestanden, dass sich der "Fusionsprozess anspruchsvoller als erwartet" gestaltet habe.
 
Verantwortlich für die Verluste seien drei Faktoren gewesen, wird konkretisiert. So hätten sich 2018 nicht näher genannte "laufende Projekte im Steuerbereich nicht wunschgemäss" entwickelt (bekannt sind etwa Mutationsprobleme im Kanton St. Gallen). Dann seien Integrationskosten für die Fusion von 4,2 Millionen Franken angefallen und schliesslich habe auch die mit dem Zusammenschluss "umgestellte Rechnungslegung zu zusätzlichen Abschreibungen" geführt.
 
Anders sah die Situation übrigens beim Umsatz aus. Denn der "Nettoerlös aus Lieferungen und Leistungen" betrugen 182,6 Millionen Franken. Im Vorjahr hatten die noch getrennten Unternehmen 112,4 Millionen Franken (Abraxas) respektive 67,1 Millionen Franken (VRSG) ausgewiesen. Somit konnte man für 2018 also "eine Umsatzsteigerung um rund zwei Prozent" ausweisen.
 
Erwirtschaftet habe man das Resultat mit 831 Mitarbeitenden, die Ende 2018 auf den Lohnlisten standen. Die Zahl ist insofern bemerkenswert, weil Abraxas einen Monat später im Zusammenhang mit einer Kündigungswelle nur noch 800 Angestellte nannte.
 
Wechsel im Verwaltungsrat
Ausserdem teilen die Spezialisten für IT-Lösungen für die öffentliche Hand mit, dass Verwaltungsratspräsident Eduard Gasser an der Generalversammlung am 22. Mai aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl steht. Nachrücken soll Matthias Kaiserswerth, der dem Gremium seit 2017 angehört.
 
Die Lücke im Verwaltungsrat soll durch die Wahl von Eliane Egeli geschlossen werden. Sie ist Gründerin, CEO und Delegierte des Verwaltungsrates der St. Galler Egeli Informatik, die Business-Software entwickelt und auf den Betrieb von Rechenzentren sowie das IT-Outsourcing spezialisiert ist. (vri)