Ategra befragt die Kantone nach der Digitalisierung via Gever

Die Forschungsabteilung der Zürcher Softwareschmiede Ategra hat die Geschäftskontrolle (Geko) und Geschäftsverwaltung (Gever) in 19 deutschschweizer Kantonsverwaltungen auf den Prüfstand gestellt. Die Resultate der Umfrage beruhen auf den Angaben von 65 Staatsschreibern, Generalsekretären, Amtsleitern und Kantonsangestellten aus IT-nahen Aufgabenfeldern.
 
Laut Ategra, das mit eigenen Lösungen im Bereich der öffentlichen Verwaltung tätig ist, zeigte sich in der Befragung eine "rasante Entwicklung in Richtung Digitalisierung der Geschäftsprozesse" bei den Kantonen. Das gelte auch dann, wenn einige Kantone Geko und Gever noch auf die Regierungsratsgeschäfte und den Datenaustausch zwischen den Direktionen begrenzen.
 
Immerhin hätten die Befragten angegeben, der flächendeckend Geko- und Gever-Einsatz sei in fünf Prozent der Amtsstuben schon realisiert und in 15 Prozent in der Umsetzung. 20 Prozent gaben an, die Anwendungen nur in den Generalsekretariaten im Einsatz zu haben und 60 Prozent erklärten mindestens einen Anschluss zu ihnen zu haben.
 
Zur Anzahl der eingesetzten Geko- und Gever-Produkte wurde ermittelt, dass 70 Prozent der befragten Kantone ein Standardprodukt bereits in Einsatz (45 Prozent) haben oder es gerade einführen (25 Prozent). Die übrigen 30 Prozent setzen auf zwei, drei und mehr Produkte. Wobei die kleineren Kantone zu 100 Prozent auf Standardisierung setzen. Darauf vertrauen nur knapp die Hälfte der mittelgrossen, aber Zweidrittel der grossen Kantone.
 
Für Ategra folgt aus diesen Resultaten, "eine Ein-Produkt-Strategie stösst offensichtlich an Grenzen". Dass alle Beteiligten das gleiche Geko- und Gever-Produkt nutzen und damit automatisch auch kompatibel zueinander seien bleibe ein "unerreichbarer Traum". Nötig sei vielmehr, ein systemübergreifender Prozess zwischen den diversen Geko und Gever, dessen Realisierung von den Software-Herstellern eingefordert werden müsse.
 
Zur Cloud-Nutzung dieser Anwendungen legt die Studie keine konkreten Zahlen vor, betont aber, dass SaaS-Angebote künftig noch bedeutsamer werden. Nur müssten dazu die derzeitig genutzten konventionellen Client-Server-Architekturen durch eine viel sicherere abgelöst werden. Auch hier seien die Hersteller gefordert, "völlig neue Lösungen (zu) konzipieren und auf eine SaaS-Architektur auszulegen".
 
Diese Einblicke mögen genügen, denn die Studie birgt eine Fülle weiterer Gesichtspunkte des Geko- und Gever-Einsatzes. Diskutiert werden Stärken und Schwächen der Systeme genauso wie einzelne Tools, die E-Government-Standards und thematisiert werden auch Bereiche wie die Submission und die Bedeutung von Machine-Learning für die öffentliche Verwaltung.
 
Die Studie "Digitalisierung der Geschäftskontrolle in Schweizer Kantonen 2018/2019" kann bei Ategra für 290 Franken bestellt werden. (vri)