Die Schweiz sollte auf Big Data setzen

Technologien von hohem volkswirtschaftlichen Interesse (Grafik: SATW)
Unabhängige Experten sagen, Big Data sei von grösstem volkswirtschaftlichen Interesse für die Schweiz. Andere Trend-Technologien brächten zu wenig ROI.
 
Im heute publizierten Technology Outlook 2019 der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) kommt die volkswirtschaftliche Bedeutung von 37 viel versprechenden Technologien für die Schweiz auf den Prüfstand. Zudem werden die hierzulande dafür vorhandenen Kompetenzen bewertet. IT-bezogenen Themen wie Big-Data-Analytik spielen in beiden Bereichen eine zentrale Rolle.
 
Zur Einordnung der volkswirtschaftlichen Bedeutung wurden die Technologien auf einer Skala von maximal zehn Punkten bewertet. Dabei kommt das IT-Umfeld auf Spitzenplätze: So zählt die SATW-Studie die Analyse von Big Data (8,6 Punkte), vernetzte Maschinen (8,3) und Smart Cities (8,0) zu den drei volkswirtschaftlich für die Schweiz bedeutsamsten unter den Top-5-Technologien.
 
Auch bei den hierzulande dafür vorhandenen Kompetenzen sieht es vergleichsweise gut aus. Denn in der Schweiz weist der Tech-Sektor mit Lernenden Maschinen (9,1) die höchste Kompetenz aus und auch in den Bereichen Big-Data-Analyse (7,2) und Smart Cities (7,0) wird die Schweiz als überdurchschnittlich kompetent dargestellt.
 
Weiter wurden die untersuchten 37 Technologien vier Quadranten zugeordnet: "Stars", "Selbstläufer", "Nischen" oder "Hoffnungsträger". Laut SATW zeigt diese Einteilung eine "Momentaufnahme mit Ausblick in die nahe Zukunft", bei der "für die volkswirtschaftliche Bedeutung sowohl der heutige Umsatz als auch das Potenzial für künftigen Umsatz berücksichtigt wurde".
 
Diese Einordnung relativiert dann allerdings beispielsweise die hohe Kompetenz der Schweiz in Sachen Lernende Maschinen. Denn diese Technologie ist dem "Nischen"-Quadranten zugeordnet und "Investitionen in diese Technologien müssen kritisch hinterfragt werden", wie die SATW schreibt. "Zwar ist die Kompetenz in der Schweiz gemessen an der Forschungsintensität hoch, doch die volkswirtschaftliche Bedeutung eher gering.
Technologien mit hohem Wissen in der Schweiz (Grafik: SATW)
Es stellen sich Fragen nach dem Return on Investment und dem Zukunftspotenzial."
 
Ganz anders sieht es hingegen im Quadranten "Stars" aus. Diesem sind mit Big Data, Drohnen, Smart Cities und Smart Home wesentlich IT-getriebene Technologien zugeordnet. Diesen "Stars" attestiert die Studie, dass sie der Schweiz hohe Umsätze bescheren und Arbeitsplätze generieren: "Somit besteht eine ausgezeichnete Basis für eine positive künftige Weiterentwicklung. Diese Technologien sollten gestärkt, die Chancen für neue Geschäftsfelder genutzt werden."
 
Weitere Details der Experteneinschätzungen lassen sich bei der SATW als PDF abrufen.
 
Die Studie, die seit 2015 zum dritten Mal vorgelegt wird, versteht sich als Orientierungshilfe für die hiesige Wirtschaft. Ausgewertet haben 70 Expertinnen und Experten 37 Trend-Technologien aus den für die Schweizer Wirtschaft und Gesellschaft relevantesten Bereichen. Diese gehören zur SATW, dem laut Eigenangaben bedeutendsten akademischen Expertennetzwerk im Bereich Technikwissenschaften in der Schweiz (vri)