Enterprise Linux 8 soll "Linux-Einstiegshürden" verringern

Stefanie Chiras, Vice President and General Manager, RHEL Business Unit, und Gunnar Hellekson. Rechts im Bild: Pat Riehecky, Computer Support Specialist beim Red-Hat-Kunde Fermilab. (Bild: kjo)
Red Hat liefert Enterprise Linux 8 aus. Das neue Betriebssystem, das Red Hat in Boston präsentiert, ist für Hybrid-Cloud-Umgebungen optimiert.
 
Der Anbieter von Open-Source-Lösungen Red Hat stellte an der hauseigenen Konferenz "Boston Summit" das neue Betriebssystem Red Hat Enterprise Linux 8 (RHEL 8) vor. Das neue OS wurde laut Anbieter speziell für die Anforderungen von Hybrid-Cloud-Umgebungen designt und soll eine durchgängige Linux-Erfahrung bieten - von Bare Metal über Linux-Container hin zu Private und Public Clouds.
 
Laut IDC setzen 70 Prozent von Unternehmen bereits Multi-Cloud-Umgebung ein und mehr als die Hälfte der Applikationen in einem typischen IT-Portfolio basieren heute auf einer Public- oder Private-Cloud-Umgebung. Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen werden bis 2020 für einen Grossteil der Unternehmen Standard sein, führt Stefanie Chiras, Vice President and General Manager, RHEL Business Unit, an einer Pressekonferenz im Rahmen des Boston Red Hat Summits aus.
 
Mit wachsender Grösse der RZs und steigender Komplexität der Workloads würden Kenntnisse, die für die Bereitstellung und Wartung Linux-basierter Produktionssysteme erforderlich seien, immer wichtiger, schreibt das Unternehmen.
 
Mit RHEL 8 seien diese Kenntnisse mit "Red Hat Insights" in die Abos von Enterprise Linux integriert und würden as-a-Service bereitstehen. Insights identifiziere und behebe IT-Probleme. "Bei Insights handelt es sich grundsätzlich um ein Tool, mit dem wir 15 Jahre Support-Erfahrung an unsere Kunden ausliefern können", sagt Gunnar Hellekson, Director, Product Management, an einer Pressekonferenz. Als Beispiele nennt Hellekson Security-Schwachstellen oder Stabilitätsprobleme, auf die ein Anwender hingewiesen werde. Damit würden IT-Admins dabei unterstützt, ungeplante Ausfallzeiten zu vermeiden.
 
"Keine Angst vor der Kommandozeile"
Aktuell zähle Red Hat rund 50'000 RHEL-Abo-Kunden, wie Chiras ausführt und seit dem Release von RHEL 8 in der Beta-Version im November 2018 habe man bereits 40'000 Downloads verzeichnet.
 
Mit RHEL 8 will Red Hat die Einstiegshürde in Linux senken, wie weiter aus der Mitteilung hervorgeht. Man wolle Windows-Admins und neuen System-Administratoren einen einfacheren Zugang – "ohne Angst vor der Kommandozeile" – ermöglichen.
 
So seien die Aufgaben der Systemadministratoren hinter der "Linux Web Console" verborgen. Sie biete eine intuitive, grafische Benutzeroberfläche für die Verwaltung und Überwachung von RHEL, des Zustands der virtuellen Maschinen und der Gesamtsystemleistung.
 
Die "System Roles" sollen daneben viele der Aufgaben rund um die Verwaltung und Konfiguration von Linux im Betrieb automatisieren. Bei System Roles, die von Ansible Automation unterstützt werden, handle es sich um vorkonfigurierte Ansible-Module, die automatisierte Arbeitsabläufe für häufige, komplexe Systemadministrations-Aufgaben ausführen.
 
Die Verwaltung von Systemen, die über eine Vielzahl lokaler und Cloud-basierter Infrastrukturen verteilt sind, könne eine grosse Herausforderungen von IT-Organisationen darstellen, so die Mitteilung weiter. Unterstützung für IT-Teams soll es mit "Red Hat Smart Management" geben. Hierbei handle es sich um ein Add-on für RHEL, das Funktionen zum Verwalten, Patchen, Konfigurieren und Bereitstellen des Betriebssystems in einer Hybrid-Cloud-Umgebung biete.
 
Wachsendes Ökosystem
Seit dem Start von Red Hat Enterprise Linux 7 im Jahr 2014 sei das Linux-Ökosystem um Red Hat gewachsen. Hunderte von Softwareherstellern würden mehr als 5000 zertifizierte Applikationen für Red Hat Enterprise Linux bieten.
 
Daneben zähle Red Hat mehr als 1000 zertifizierte Cloud- und Service-Provider (CCSP), die RHEL über ihre Cloud-Infrastruktur anbieten. Dazu zählen neben den Hyperscalern auch lokale Unternehmen.
 
Eine von Red Hat in Auftrag gegebene IDC-Studie besagt, dass das Red-Hat-Enterprise-Linux-Ökosystem dieses Jahr einen Umsatz von 82 Milliarden US-Dollar generieren werde. Je rund ein Drittel dieses Umsatzes entfalle auf zusätzliche Software-Produkte sowie auf Services wie Support, Trainings und System-Integration. Bis 2023 steigt dieser Umsatz laut IDC-Zahlen auf 119 Milliarden Dollar an. (Katharina Jochum, Boston)
 
Interessenbindung: Die Autorin wurde von Red Hat an die Konferenz "Red Hat Summit 2019" in Boston eingeladen (Flug, Übernachtung).