Die SBB tastet sich in die Public Cloud

Hoffentlich läuft es für die SBB in der Cloud etwas besser als bei der Dosto-Beschaffung. Bild: SBB
Die Bundesbahnen suchen vier Partner mit AWS-, Google Cloud- oder Azure Know-how. Ein Teil der Workloads soll in Public Clouds verschoben werden.
 
Anfang dieser Woche wurde auf Simap.ch eine Ausschreibung der SBB mit dem Projekttitel "DL-Cloud" publiziert. Die Bundesbahnen suchen vier strategische Partner, die über "fundiertes Knowhow und Erfahrung" zu den Services von AWS, Azure und Google verfügen. Einerseits sollen sie die SBB-Informatik mit kompetenten Mitarbeitenden in den definierten Rollen Cloud-Engineers, Cloud-Architekten und Cloud-Berater unterstützen können, andererseits aber auch Leistungen als Werke anbieten können.
 
Mehr Workloads sollen in die Cloud
Wie uns der SBB-Sprecher Reto Schärli auf Anfrage bestätigte, ist dies das erste Mal, dass die SBB spezifisch Partner mit "Hyperscaler"-Know-how suchen. Potentielle Dienstleister-Partner müssen sich zwar nicht mit allen drei genannten Public-Cloud-Providern auskennen, aber mindestens mit einem davon.
 
Wie uns Schärli erklärte, benutzt die SBB bereits Public Cloud Services von AWS für Innovationsprojekte. Auch verwende die SBB einige Services der Azure Cloud, vor allem im Zusammenhang mit Office 365. Nun wollten die SBB aber die Angebote der Public Cloud Provider nutzen, um mehr Workloads dahin zu verschieben.
 
Aber keine Systeme "nahe am Bahnbetrieb"
Welche Workloads der SBB könnten in Public Clouds wandern, und welche sicher nicht? Laut Schärli werden es sicher keine Systeme sein, die sehr nahe zum Bahnbetrieb sind: "Diese werden schon heute und wurden auch früher getrennt betrachtet und verwaltet." In allen anderen Fällen werde einzeln angeschaut, ob, wie und wann eine Verschiebung Sinn machte.
 
Die Entscheidung der SBB, vermehrt Public Clouds zu nutzen, begründet Schärli damit, dass "AWS, Azure und Google einen ausgereiften Service anbieten, sehr innovativ vorwärts gehen und immer mehr Use Cases kostengünstig und relativ einfach abdecken können."
 
Google Cloud hat seine Region Schweiz kürzlich eröffnet. AWS und Microsoft (Azure) werden bald folgen. Wird die SBB vor allem Services aus den neuen Schweizer RZs der Hyperscaler beziehen?. Zum aktuellen Zeitpunkt, so Schärli, könne man noch nicht sagen, ob und welche Regionen oder Datenzentren von welchen Cloud Providern die SBB in den kommenden Jahren nutzen werden. Sicher aber werde die geographische Nähe auch eine wichtige Rolle spielen. (hjm)