Bund sucht für 60 Millionen Franken IT-Projektleiter

Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) sucht mit der Ausschreibung von 12 Losen Projekt- und Programmleitungen. Das Amt will Leistungen von total 60 Millionen Franken abrufen können im Zeitraum 2019 bis 2024.
 
In diesen Dimensionen können Bodyleaser und Personalvermittler ziemlich viele Projektleiter mit aktueller HERMES-Advanced-Zertifizierung jahrelang auslasten. Wofür die Ressourcen benötigt werden, wird aus der Ausschreibung nicht klar, denn konkrete Projekte und Programme sind nicht genannt.
 
"Es geht darum, bestehende WTO-Verträge abzulösen und abgelaufene zu erneuern", antwortet Sonja Uhlmann-Haenni, Leiterin Direktionsstab und Mediensprecherin BIT, auf Anfrage. Wann und wo die Projektleitungs-Ressourcen schliesslich abgerufen werden sollen, kann das BIT noch nicht sagen. Es gehe um Gesamtprojektleitungen bei kleineren Vorhaben und Teilprojektleitungen bei grossen Vorhaben; darunter sind drei IKT-Schlüsselprojekte sowie rund 100 fortlaufende Projekte des BIT für die gesamte Bundesverwaltung.
 
Sicher bestehe Bedarf an externem Knowhow beim Programm DaziT, wie die Digitalisierung und digitale Transformation der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) heisst. Das Programm hat einen Gesamtaufwand von 426,8 Millionen Franken budgetiert.
Ein weiteres Grossvorhaben sei das SAP-Migrationsprogramm "SUPERB23", so die BIT-Sprecherin. Dieses könnte nach unbestätigten Berichten 930 Millionen Franken kosten, rund 40 Prozent mehr als von der Finanzdelegation der eidgenössischen Räte (FinDel) initial angenommen.

Nicht zuletzt sind Ressourcen gefragt für noch laufende grössere Updates und Migrationen im Rahmen von "APS2020", der Migration von 40'000 Arbeitsplätzen auf Windows 10 und Office 2016. Dieses Programm wurde 2017 mit einem Aufwand von 89 Millionen Franken beziffert, exklusiv Lifecycle-Kosten gerechnet.

Diese Ausschreibung und die involvierten Summen bewegen sich laut Uhlmann-Haenni "im normalen Rahmen".
 
Pro Los will das BIT maximal zwei Zuschlagsempfänger verpflichten. Diese müssen bereit sein, "den Vertragsentwurf in Anhang 3 des Pflichtenhefts vorbehaltlos zu akzeptieren", wie es auf Simap heisst. Das am stärksten gewichtete Zuschlagskriterium ist der Preis. (mag)