Wie lief der Hack von Aebi Schmidt ab?

Das Frauenfelder Unternehmen Aebi Schmidt ist gegen Ende April einem Cyber-Angriff zum Opfer gefallen. Der Fahrzeugbauer konnte keine E-Mails empfangen und auch das internationale IT-Netzwerk war offenbar betroffen. Die operativen Systeme inklusive SAP seien von dem Problem verschont geblieben, versicherte das Unternehmen.
 
"Betroffen sind ausschliesslich auf Windows und Microsoft basierende Systeme, die vorübergehend abgeschaltet werden mussten und nun Schritt für Schritt wieder hochgefahren werden", hiess es damals. Das "Schritt für Schritt" hochfahren hat aber offenbar einige Zeit in Anspruch genommen: Noch letzte Woche stellt man auf unsere Anfrage erst in Aussicht, dass die Systeme am Freitag wieder laufen würden und man eventuell bald mehr dazu sagen könne.
 
Man sei jetzt wieder "up and running", erklärt nun Firmen-Sprecher Thomas Schiess, zweieinhalb Wochen nach dem Vorfall. Ansonsten hält man sich seitens Aebi Schmidt bedeckt: Weder will man die Malware oder deren Familie nennen, noch den Angriffsvektor, über den sie eingeschleust wurde. Man habe beschlossen die Dinge nicht öffentlich zu kommunizieren, erklärt Schiess auf unsere Anfrage lediglich.
 
So bleibt es weiterhin Spekulation, ob Aebi Schmidt das vorerst letzte prominente Schweizer Opfer eines Ransomware-Angriffs geworden ist, wie 'Techcrunch' und einige IT-Security-Anbieter mutmassten. Auch die Schäden für die rund zweiwöchige Downtime von Teilen des Systems bleiben im Dunkeln. Ende April hatte Aebi Schmidt seinen Partnern und Kunden lediglich mitgeteilt: "Beeinträchtigungen im Prozessablauf als indirekte Folge des Systemausfalls können wir nicht ganz ausschliessen".
 
Aebi Schmidt betreibt Niederlassungen in verschiedenen europäischen Ländern sowie der USA und zählt rund 2000 Angestellte. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Herstellung von Systemen und Fahrzeugen zur Pflege, Räumung und Bewirtschaftung von Verkehrs- und Grünflächen. (ts)