KI-Nutzung: Genfer Hurodics kriegt Geld von Google

Google gab kürzlich bekannt, die in Genf ansässige Non-Profit-Organisation Huridocs mit einer Million Dollar zu unterstützten. Das Geld stammt aus der "Google Artificial Intelligence Impact Challenge". Dabei handelte es sich um eine Aufforderung an gemeinnützige Organisationen, Forschungseinrichtungen und Sozialunternehmen, ihre Ideen zur Nutzung von KI einzureichen, um gesellschaftliche Herausforderungen anzugehen. Über 2600 Unternehmen weltweit haben sich dafür beworben, schreibt Google. 20 Organisationen erhielten schliesslich insgesamt 25 Millionen Dollar.
 
Hurodics will freien Zugang zu Informationen rund um Menschenrechte bieten, etwa für Anwälte. Über die mehrsprachige Suchmaschine "Hurisearch" bieten die Genfer zentralen Zugang zu Informationen, die auf über 5000 Websites von Menschenrechtsorganisationen weltweit veröffentlicht wurden.
 
Das Geld von Google werde Hurodics nun verwenden für die Entwicklung von maschinellen Lernmethoden zur Gewinnung und Verknüpfung relevanter Informationen in Gesetzen, Rechtsprechungen, Opferaussagen oder Resolutionen. Die so gewonnenen Informationen sollen jenen zugänglich gemacht werden, die sich mit Menschenrechtsgesetzen und -verletzungen befassen – von Studenten bis zu Anwälten.
 
Hurodics beschäftige sich seit mehr als zehn Jahren damit, Zugang zu freien Informationen zu ermöglichen, schreiben die Genfer in einer Mitteilung. In Zusammenarbeit mit Partnern, darunter das Institute for Human Rights and Development in Africa (IHRDA) oder das Center for Justice and International Law (CEJIL), habe Huridocs daran mitgearbeitet, eine der am häufigsten verwendeten öffentlichen Menschenrechtsdatenbanken aufzubauen.
 
Eine zentrale Herausforderung bei der Erstellung dieser Datenbanken sei das zeitaufwändige und fehleranfällige manuelle Hinzufügen von Informationen – eine Herausforderung, die mit Hilfe der maschinellen Lerntechniken bewältigt werden soll. "Wir experimentieren seit mehr als zwei Jahren mit maschinellen Lerntechniken", sagt Natalie Widmann, Expertin für Künstliche Intelligenz bei Huridocs. Das Geld von Google will Huridocs verwenden, um gemeinsam mit Partnern, die Lösung weiterzuentwickeln. Etwa soll daran gearbeitet werden, ethische Belange bei der Automatisierung abzuwägen. (kjo)