Nur elf Prozent der Schweizer F+E-Gelder stammen aus der IT

F+E-Aufwendungen der Unternehmen nach Wirtschaftszweig 2017 (in Millionen Franken). (Quelle: BfS, 2019)
In der Schweiz sind 2017 rund 22,6 Milliarden Franken für Forschung und Entwicklung ausgegeben worden. Damit belegt die Schweiz international einen Spitzenplatz. Nur Israel und Südkorea gaben im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt (BIP) mehr aus. In der Schweiz entsprachen die Forschungs- und Entwicklungsausgaben 3,4 Prozent des BIP, wie das Bundesamt für Statistik (BfS) heute mitteilt.
 
15,6 Milliarden Franken und damit zwei Drittel der Ausgaben für Forschung und Entwicklung entfallen auf die Privatwirtschaft. 200 Millionen Franken oder weniger als ein Prozent der Ausgaben steuerte der Bund bei. Die Hochschulen beteiligten sich mit 28 Prozent an den Ausgaben für F+E. Das Verhältnis zwischen Hochschulen und Privatwirtschaft habe sich in den letzten Jahren stark verändert, wie das BfS schreibt. 2004 hatte der Anteil der Unternehmen noch bei fast drei Vierteln gelegen.
 
Zum ersten Mal seit 20 Jahren seien die F+E-Aufwendungen der Unternehmen im Vergleich zur letzten Erhebung zurück gegangen. Dieses Minus im Vergleich zu 2015 sei den Grossunternehmen mit 100 Beschäftigten oder mehr zuzuschreiben. Bei Kleinstunternehmen sei ein Wachstum zu verzeichnen, so die weiteren Ergebnisse der BfS-Erhebung.
 
1,75 Milliarden Franken für ICT
Der grösste Anteil der Investitionen der Privatwirtschaft ging 2017 auf das Konto der Pharmaindustrie. Sie bleibt mit Investitionen in Höhe von 5,6 Milliarden Franken einer der wichtigsten Akteure im Forschungsbereich in der Schweiz, heisst es in der Mitteilung.
 
Den IKT-Sektor teilt das BfS in die zwei Bereiche IKT-Dienstleistungen und IKT-Herstellung. Im Sektor IKT-Herstellung wurden von Schweizer Firmen 1,15 Milliarden Franken in die Forschung und Entwicklung investiert, etwa gleich viel wie 2015.
 
Für den Bereich IKT-Dienstleistungen verzeichnet das BfS ein leichtes Wachstum von zwei Prozent bei den Forschungsausgaben. Die F+E-Aufwendungen betrugen 2017 demnach 595 Millionen Franken (+5 %), wobei die Mehrheit in die Entwicklung von Software floss.
 
Sowohl die Pharma- als auch die IKT-Branche würden vermehrt in Biotechnologie investieren, was von der Bedeutung der Digitalisierung im Bereich zeugen würde. Genannt wird vom BfS Forschung etwa in den Bereichen KI oder DNA-Sequenzierung. (kjo)