Helsana-App: EDÖB fordert Nachbesserungen

Im März hatte das Bundesverwaltungsgericht die Datenbeschaffung durch eine App im Bonusprogram Helsana+ für rechtswidrig erklärt.
 
Nun ist das Urteil rechtskräftig und der EDÖB fordert, dass Helsana handelt. Der Versicherer soll die Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen umformulieren, so der EDÖB, und so Transparenz schaffen, welche Daten an wen gehen, wenn man die App nutzt. Dies betreffe nicht nur den Registrationsprozess, den der Versicherer schon angepasst hat.
 
Ganz zufrieden ist der EDÖB damit noch nicht. Er weist darauf hin, dass das Schweizer Urteil sich vom EU-Datenschutzverständnis abhebt und gibt den Ball an den Gesetzgeber weiter. Im Fokus steht dabei, was "legitime" Zwecke sind, Personendaten zu erfassen.
 
Helsana-CEO Daniel Schmutz zeigte sich bei Bekanntgabe des Urteils in einer Mitteilung zufrieden: "Das Urteil bestärkt uns darin, dass wir mit Helsana+ auch datenschutzrechtlich auf dem richtigen Weg sind."
 
Die Berner Agentur Apps with love, welche die App für Helsana gebaut hat, erläutert deren Funktionsweise als Referenzprojekt: "Die App ermöglicht via Apple Health und Google Fit das Pluspunktesammeln mit allen wichtigen Gesundheits-Apps. Jedoch werden nicht nur sportliche Aktivitäten belohnt, sondern auch anderweitige Tätigkeiten wie Mitgliedschaften in sozialen oder präventiven Vereinen, Vorsorgemassnahmen und Treue zur Helsana".
 
Die Helsana+-App hat 2017 bei "Best of Swiss Apps" Bronze-Auszeichnungen in den Kategorien "Business" und "Design" erhalten. Laut Helsana nehmen rund 90'000 Versicherte am Bonusprogramm teil. (mag)