So will der Bundesrat die Cyber-Strategie umsetzen

Die Bundesverwaltung soll 24 zusätzliche Stellen zu Gunsten der Cyber-Sicherheit erhalten. Die Ressourcen seien dringend nötig.
 
An seiner heutigen Sitzung hat der Bundesrat den Umsatzungsplan zur "Nationalen Strategie zum Schutz der Schweiz vor Cyber-Risiken (NCS) 2018–2022" verabschiedet. Der Plan lege nun alle Grundlagen fest, um die NCS voranzutreiben, schreibt der Bundesrat in einer Mitteilung. Gleichzeitig hat er eine Stärkung der Ressourcen im Bereich Cyber-Risiken im Umfang von 24 Stellen beschlossen. Die Stellen werden in verschiedenen Ämtern geschaffen, damit die neuen Aufgabenbereiche abgedeckt werden können.
 
Als Basis des Umsetzungsplans dienen die Grundsatzentscheide zur Organisation des Bundes im Bereich Cyber-Risiken, die der Bundesrat im Januar gefällt habe. Der Umsetzungsplan legt fest, wie der deutlich intensivierten Bedrohungslage im Bereich Cyber-Sicherheit Rechnung getragen werden soll. Auch legt der Plan die Zuständigkeiten innerhalb der Bundesverwaltung fest und beschreibt die Aufgaben der beteiligten Stellen.
 
Melani wird in Cyber-Kompetenzzentrum integriert
Das vom Bundesrat zuvor beschlossene Kompetenzzentrum unter der Leitung des oder der Delegierten des Bundes für Cyber-Sicherheit nimmt bei der Umsetzung der NCS eine Schlüsselrolle ein, wie der Bundesrat weiter schreibt. "Mr. Cyber", der Leiter des Zentrums, ist mit seiner Geschäftsstelle für die Koordination der bundesweiten Umsetzungsarbeiten verantwortlich. Auch diene das Zentrum als nationale Anlaufstelle für alle Fragen mit Bezug zur Cyber-Sicherheit.
 
In das Kompetenzzentrum integriert wird die Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani). Melani erhalte neben personellen auch finanzielle Mittel, um vermehrt allen Unternehmen, insbesondere auch KMU, sowie der Bevölkerung Informationen zu Cyber-Risiken zu vermitteln, sie gezielt vor Angriffen zu warnen und sie bei Vorfällen unterstützen.
 
Einbezug von Kantonen Wirtschaft und Hochschulen
Der Umsetzungsplan formuliert die Ziele und bezieht sich nicht nur auf die Akteure der Bundesverwaltung, sondern auch auf die Kantone, die Wirtschaft und die Hochschulen. Im rund 70-seitigen Umsetzungsplan (PDF) sind rund 30 Massnahmen definiert, die in Bereiche wie Krisenmanagement und Vorfallbewältigung, Sensibilisierung, Kompetenzen- und Wissensaufbau sowie Strafverfolgung und Cyber-Defence gegliedert sind.
 
Im Bereich der Cyber-Defence werden die Arbeiten intensiviert, etwa mit dem Aufbau des Cyber Defence Campus von Armasuisse Wissenschaft und Technologie (W+T). Dieses dient unter anderem als Plattform zum Monitoring und der Früherkennung von Cyber-Technologien. Über den Campus soll das VBS Kompetenzen und Wissen im Bereich Cyber Defence entwickeln, heisst es im Dokument.
 
Im Bereich der Cyber-Strafverfolgung ist 2018 das Cyberboard geschaffen worden. Über dieses sollen sich die zuständigen Stellen austauschen, Strategien entwickeln und sich auch operativ aufeinander abstimmen. Es gelte gesamtschweizerisch und in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern die Interoperabilität und Reaktionsfähigkeit zu verbessern. Man wolle die fachlichen, technischen und personellen Kompetenzen aufeinander abstimmen, ohne dabei die Befugnisse zwischen den verschiedenen Behörden und Staatsebenen zu verschieben. (kjo)