USA setzt Huawei auf schwarze Liste – Sunrise hat Plan B

Der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei wird am heutigen Freitag auf die US-Liste gebannter Unternehmen gesetzt. Das kündigte Wirtschaftsminister Wilbur Ross an. Damit ist es US-Firmen untersagt, ohne Genehmigung der Regierung Geschäfte mit dem Netzwerkausrüster und Smartphone-Hersteller zu tätigen. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump seiner Regierung per Dekret entsprechende Möglichkeiten eingeräumt. Zwar erklärte das Weisse Haus, damit nicht gegen ein bestimmtes Land oder Unternehmen vorgehen zu wollen, doch war anzunehmen, dass China und der grosse 5G-Anbieter Huawei getroffen werden sollen.
 
Der Schweizer Telco Sunrise hat sich 2012 für Huawei als Ausrüster entschieden. Der chinesische Telko-Ausrüster beliefert, betreibt und wartet die gesamte Netzinfrastruktur für Sunrise. Ob und wie sich die Massnahmen auf den chinesischen Anbieter und schliesslich auch auf Sunrise auswirken werden, ist unklar. Dies hänge einerseits davon ab, wie das amerikanische Handelsministerium die Exportbeschränkungen in der Praxis anwenden werde und andererseits davon, ob es Huawei gelungen sei, die Abhängigkeit von US-Lieferanten zu verringern, fasst die 'NZZ' zusammen.
 
Gegenüber der Zeitung versicherte Sunrise-CEO Olaf Swantee, dass man die Zusage von Huawei für einen Plan B habe, falls sich die Lage verschärfe. Dies versicherte bereits VR-Präsident Peter Kurer vergangenen Monat in einem Interview mit der 'NZZ'. Ausserdem gebe es bei Sunrise einen Plan B, C und D. Kurer verneinte, dass Sunrise abhängig von Huawei sei. Dennoch aber lassen sich zentrale Komponenten der Netzinfrastruktur nicht einfach austauschen, kommentiert die Zeitung. (kjo/Keystone-sda)