SwissSign nutzt Daego für den E-ID-Prozess

Nun geht es Schlag auf Schlag. Kaum hat Anfang April der Schweizer E-ID-Herausgeber Procivis erklärt, Mitte des Jahres gemeinsam mit dem E-Signatur-Anbieter Skribble die elektronische Signierung zu ermöglichen, zieht nun SwissSign nach. Die Herausgeber der SwissID, zu denen die staatsnahen Betriebe Post, SBB und Swisscom sowie die Grossbanken, mehrerer Versicherungen und der Börsenbetreiber Six gehören, machen dabei ebenfalls Tempo und wollen noch im Laufe des zweiten Quartals die digitale Identitätsprüfung anbieten können, wie sie mitteilen.
 
Seit Ende März der Nationalrat das Bundesgesetz über elektronische Identifizierungsdienste abgesegnet hat, bringen sich die ersten privaten E-ID-Anbieter in Position.
 
SwissSign setzt bei seinem Engagement auf die Daego (Digital Alter Ego) genannten Technik der Zürcher Firma PXL Vision. Die Technik des Zürcher Unternehmens basiere auf einem medienbruchfreien Ansatz, heisst es in der Mitteilung von SwissSign. Dabei scanne man mit dem Smartphone seinen gültigen Ausweis und nehme ein kurzes Video von seinem Gesicht auf. Daego verifiziere dann in Echtzeit die Authentizität des Dokuments wie des Videos und bestätige anschliessend die Identität. Daego soll laut SwissSign Ausweisdokus aus über 180 Ländern überprüfen können, "so dass die grosse Mehrheit der in der Schweiz wohnhaften Personen zukünftig eine verifizierte Identität erstellen kann".
 
PXL Vision ist nach dem Verkauf des 2009 gegründeten Startups Dacuda entstanden, das 2017 an das auf Mixed Reality spezialisierte US-Unternehmen Magic Leap ging. Damals haben ehemalige Dacuda-Mitarbeiter um die Gründer Michael Born und Karim Nemr das neue Unternehmen gestartet, um mit ihren Erfahrungen in den Bereichen maschinelles Sehen, Artificial Intelligence und Deep Learning neue Software für Computer-Vision-Märkte anzubieten. Eine der ersten Entwicklungen war die "Beam Technologie" zur Ermittlung, Klassifizierung und Visualisierung von Daten, Personen und Objekten. (vri)