Swiss Re sieht viele Gefahren in 5G

Der Rückversicherer warnt in einem neuen Bericht auch vor veralteter Hardware in kritischer Infrastruktur.
 
Swiss Re warnt in einem aktuellen Bericht vor Gefahren von 5G. Versicherer sollten die Entwicklung im Umfeld der Technologie genau im Auge behalten, empfiehlt der Rückversicherer in seinem jährlichen Sonar-Report. Die Implementierung von 5G erzeuge insbesondere neue Risiken in Sachen Datenschutz und Spionage.
 
Dabei verweist der Schweizer Konzern auf mögliche Backdoors, wie sie etwa kürzlich in einem internen Papier vom Anti-Terror-Koordinator der EU gefordert wurden. Aber auch Hacker könnten die Geschwindigkeit und das Volumen von 5G nutzen, um schneller an mehr Daten zu gelangen, warnt Swiss Re.
 
Der Schweizer Konzern geht zudem auf die heisse Debatte um Strahlung und Schwellwerte ein. Die Bedenken wegen gesundheitlichen Auswirkungen würden wahrscheinlich noch zunehmen. Dies könne zu mehr Haftpflichtansprüchen führen, warnt der Rückversicherer die Assekuranz-Unternehmen.
 
Eine weitere grosse Gefahrenquelle hat Swiss Re in veralteter Hardware ausgemacht. Diese würde nicht immer mit neuen digitalen Lösungen harmonisieren, was zu Systemausfällen führen könne. Der Rückversicherer gemahnt an einen Vorfall im Juli 2017. Damals brach in Melbourne zur Rushhour das U-Bahn-Netz zusammen, weil die alte Infrastruktur mit einer neu aufgespielten Software nicht kompatibel war.
 
Gefährlich ist dies insbesondere für kritische Infrastruktur. Auch hier würde die Kombination von alter Hardware und neuen Lösungen die Risikolandschaft verändern und könne die Gefahren von aussen verstärken: So müsse wegen Hacking mit höheren Sach- und Personenschäden sowie Betriebsunterbrechung gerechnet werden, hält Swiss Re fest.
 
Überhaupt sind Cyberrisiken eine der grössten aufkommenden Herausforderungen für Versicherungen, wie Swiss Re seit Jahren feststellt. Entsprechend galt in den letzten Jahren ein grosses Augenmerk des Rückversicherers dem IoT, dem Internet sowie Cloud-Lösungen. Gefordert seien nun insbesondere die Gesetzgeber und Regulatoren. Diese dürften der Entwicklung nicht mehr hinterherhinken und müssten sich international koordinieren. Andernfalls drohten grosse Risiken nicht nur auf der technologischen Ebene, sondern auch im Compliance-Bereich, lautet die Bilanz. (ts)