Freiburg führt elektronische Baudossiers ein

Im Kanton Freiburg werden ab dem 3. Juni Baudossiers nur noch in digitaler Form eingereicht. Die Anwendung Friac (Fribourg – Autorisation de construire) war zuvor seit dem 1. Februar in einer Pilotphase in neun Gemeinden getestet worden. Der Prozesse der Baubewilligung wurde für alle daran beteiligten Stellen digitalisiert: Gesuchsteller, Geometer, Gemeinden, Kanton, Oberämter und Fachstellen.
 
"Die mit den Gemeinden durchgeführte Pilotphase verlief sehr gut. Die Bewertung ist positiv, in der Pilotphase konnten wir einige Dinge vor dem Einsatz im gesamten Kanton abstimmen", sagt die Mediensprecherin der Freiburger Baudirektion, Corinne Rebetez, auf Anfrage von inside-it.ch
 
In der Pilotphase stieg der Anteil der Baugesuche, die innerhalb eines Monats behandelt wurden, von fünf auf elf Prozent. Gleichzeitig ging der Anteil mit einer längeren Behandlungsdauer als zwei Monate von 64 auf 41 Prozent zurück. Grosse Dossiers auf dem Postweg entfallen nun. Mit Friac werden die Dossiers auch vereinheintlicht. Zudem erlaube das neue Verfahren mehr Transparenz und Rückverfolgbarkeit.
 
"Der gesamte Prozess wird digitalisiert", sagt Rebetez. "Bis zur rechtlichen Anerkennung elektronischer Signaturen muss für die endgültige Entscheidung über ein Gesuch nur noch eine Papierkopie vorgelegt werden."
 
Entwickelt wurde Friac von der Zürcher Web und Mobile Engineering Firma Blackpoints mit CAMAC, MsSQL, Zend Framework (PHP) und Openlayers. Der Auftrag wurde in einem freihändigen Verfahren für den Preis von 560'000 Franken vergeben. Blackpoints wird auch für die Wartung sowie für den Second- und Third-Level-Support verantwortlich sein.
 
Blackpoints hatte zuvor bereits Systeme für Baugesuche in anderen Kantonen entwickelt. "Wir haben mehrere Lösungen geprüft", sagt Corinne Rebetez. "Schliesslich fiel die Wahl auf dieses System, weil es auch Vorteile in der Zusammenarbeit und im Austausch mit Kantonen bietet, die es ebenfalls nutzen: Basel-Landschaft, Tessin, Uri, Waadt und Neuenburg. Die Anwendung ist auch von der Konferenz der kantonalen Bau-, Planungs- und Umweltdirektoren-Konferenz BPUK anerkannt."
 
Für die Anwender von Friac hat Freiburg bereits Schulungen für die Gemeinden jedes Bezirks durchgeführt. Über den Sommer steht ein kantonales Helpdesk zur Verfügung. Rebetez sieht keine Probleme zum Start am 3. Juni: "Die Bereitstellung von Friac ist für die Anforderungen von der Ausarbeitung der Baugesuche bis zur Inanspruchnahme der Baulizenz vollständig. Spätere Phasen, zum Beispiel für illegale Bauten oder Bundesverfahren, werden bis 2021 entwickelt." Friac ist Teil der kantonalen Digitalisierungsstrategie "Freiburg 4.0".(paz)