Salesforce zeigt Blockchain-Plattform

Der CRM-Spezialist Salesforce hat ein Blockchain-Produkt vorgestellt. Bei der "Salesforce Blockchain" handle es sich um eine neue Möglichkeit, Daten aus Anwendungen mit einem Netzwerk von Partnern zu erstellen, zu sichern und gemeinsam zu nutzen, schreibt der Anbieter. Die Lösung basiere auf der Hyperledger-Sawtooth-Plattform.
 
Unternehmen müssen in der Lage sein, riesige Datenmengen mit ihrem Netzwerk von Partnern und Dritten auszutauschen und nutzen zu können. Gleichzeitig müssen sie diesen Daten vertrauen können. Die Blockchain-Technologie stelle durch den Einsatz des Distributed Ledgers genau dies sicher, glaubt Salesforce. Denn Veränderungen seien für alle Beteiligten nachvollziehbar und verifizierbar.
 
Vor und während der Entwicklung von Salesforce Blockchain habe man mit einer Vielzahl von Kunden über mögliche Anwendungsfälle gesprochen, sagt Adam Caplan, SVP Emerging Technology bei Salesforce zu 'Tech Crunch'. Dabei habe man festgestellt, dass eine Blockchain-Lösung insbesondere für solche Kunden interessant sei, die mit Partnern ausserhalb des Unternehmens zusammenarbeiten.
 
Bret Taylor, President und Chief Product Officer bei Salesforce, fügte an, dass sich das Unternehmen auf die Frage konzentriert habe, wie sich durch die dezentralen Eigenschaften der Blockchain neue Geschäftsmodelle erschliessen liessen, die auf der Salesforce-Plattform in der Vergangenheit nicht möglich waren. Ihnen habe die Idee gefallen, das CRM um Blockchain-Funktionen zu erweitern, weil es mehreren Parteien ermöglicht, vertrauensvoll zusammenzuarbeiten und neue Geschäftsmodelle rund um Ökosysteme zu erstellen.
 
Im Kern besteht die neue Lösung aus drei Komponenten: Blockchain Builder, um Entwicklern beim Erstellen von Blockchain-Anwendungen zu helfen; Blockchain Connect, um Blockchain-Aktionen direkt mit Anwendungen auf der Salesforce-Plattform zu integrieren; und Blockchain Engage, um Partner zur Blockchain-Anwendung einzuladen, unabhängig davon, ob sie Salesforce nutzen oder nicht.
 
Um eine Blockchain-Anwendung zu konfigurieren werde ein Interface bereitgestellt. Dieses sei ähnlich wie bei anderen App-Buildern, etwa dem Salesforce Lightning App Builder, schreibt Salesforce im Blogeintrag. Es handle sich um eine Low-Code-Plattform, die das Erstellen der Netzwerke mittels Point-and-Click-Tools ermöglichen soll.
 
Informationen, die auf dem Distributed Ledger veröffentlicht werden, stelle die Plattform als externe Objekte dar. Anwender können mit den Ledgerdaten arbeiten, als wäre es lediglich ein weiterer Datensatz. Hinter den Kulissen aber, so der Blogeintrag, handle es sich bei diesen Objekten um Blockchain-Elemente und jeder Datensatz sei Teil eines gesicherten Ledgers. Wenn Anwender Aktionen ausführen, die zu einem Update der Datensätze führen, wickle Salesforce Blockchain die Publikation neuer Einträge auf der Blockchain ab. So würde automatisch eine Historie der Änderungen erstellt, die für alle Beteiligten nachverfolgbar sei.
 
Salesforce Blockchain werde im Sommer 2019 in einem Private-Beta-Programm verfügbar gemacht und soll ab 2020 allgemein verfügbar sein. (kjo)