Europäisches Konsortium plant eigenen Prozessor

Ein von der EU-Kommission unterstütztes Konsortium will bis 2021 eigene energieeffiziente Prozessoren für High-Performance-Computing und den Automotive-Bereich erstellen. Grundlage sollen ARM und das freie RISC-V werden.
 
Der European Processor Initiative (EPI) gehören 26 Firmen, Hochschulen und Tech-Einrichtungen aus zehn Ländern an. Unter der Führung von Bell SAS aus Frankreich sind daran unter anderem Infinion, Extoll, Atos, BMW, das Fraunhofer Institut und die ETH Zürich beteiligt. Die EPI ist Teil des Forschungsprogramms Horizon 2020 und der Pläne zum Aufbau einer Infrastruktur für den Bereich High Performance Computing (HPC) in Europa.
 
"Die EPI ist einer der Eckpfeiler der HPC-Strategieplans. Basierend auf der Expertise der Partner im Konsortium zielt die EPI darauf ab, einen Low-Power-Mikroprozessor auf den Markt zu bringen. Damit wird sichergestellt, dass die Kernkompetenz des High-End-Chip- und Systemdesigns in Europa erhalten bleibt, eine wichtige Voraussetzung für viele Anwendungsbereiche", heisst es in einer Mitteilung der EPI.
 
Die von EPI geplanten Prozessoren nutzen die offene Befehlssatzarchitektur RISC-V, daneben wird auch der britische CPU-Hersteller ARM als Basis aufgeführt. Als General Purpose Processor (GPP) ausgelegt, sollen die Prozessoren vielseitig einsetzbar und zugleich effizient sein.
 
Die erste Prozessorfamilie der EPI wird "Rhea" genannt und soll 2021 an den Start gehen. Voraussichtlich 2022 oder 2023 soll mit "Cronos" die zweite und ab 2024 die dritte noch nicht benannte Generation folgen. Genaue technische Details wurden noch nicht bekanntgegeben.
 
"Die EPI wird Schlüsseltechnologien für den neuen europäischen HPC-Strategieplan für ein unabhängiges und innovatives europäisches Hochleistungs-Computer- und Daten-Ökosystem liefern. Zu den energieeffizienten, leistungsstarken Familien von EPI-Prozessoren gehören die fortschrittlichsten Universal- und Beschleunigerkerne. Die geschäftliche Nachhaltigkeit der Initiative wird durch sorgfältig ausgewogene Zielmärkte unterstützt, wobei der Schwerpunkt auf HPC/AI- und Automobilmärkten liegt", sagte Jean-Marc Denis, Vorstandsvorsitzender der EPI. (paz)