Auch Graubünden will digitale Baugesuche

In seiner Sitzung vom 14. Juni hat der Grosse Rat des Kantons Graubünden der Regierung den Auftrag erteilt, die Digitalisierung von Baubewilligungen einzuführen. Ein entsprechender Vorstoss wurde mit einer grossen Mehrheit überwiesen.
 
Der Auftrag, der von Ratsmitglied Thomas Bigliel (FDP) lanciert wurde, war im Februar 2019 mit den Unterschriften von mehr als 50 Bündner Grossrätinnen und Grossräten eingereicht worden. Sie forderten die Regierung auf, zu prüfen, "wie das Baubewilligungsverfahren so weit als möglich digitalisiert werden kann". In Graubünden werden jährlich zwischen 12'000 und 17'000 Baugesuche eingereicht.
 
"Durch die Digitalisierung des Baubewilligungsverfahrens kann die Eingabe von neuen Vorhaben vereinfacht und für alle Beteiligten transparenter gestaltet werden", heisst es im Auftrag. "Weiter werden damit langfristig Kosten aufseiten der Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller wie auch der Verwaltung gesenkt und eine effizientere Eingabe von neuen Vorhaben gefördert."
 
Teil der Bündner E-Goverment-Strategie
In ihrer Antwort schreibt die Bündner Regierung, sie habe sich bereits in früheren Ratssessionen zum elektronischen Baubewilligungsverfahrens (eBBV) geäussert und betont, "dass das eBBV Bestandteil der E-Government-Strategie der Regierung bilde und entsprechend befürwortet werde". Allerdings sei der Erfolg des eBBV stark von dessen Akzeptanz in den Gemeinden abhängig.
 
Eine kantonsinterne Arbeitsgruppe habe verschiedene Lösungen in anderen Kantonen gesichtet, unter anderem auch diejenigen der Kantone Zürich und Bern. Zürich setzt auf eine zentrale Datendrehscheibe, welche die angeschlossenen Systeme über eine normierte Schnittstelle mit Meldungen und Informationen bedient. Bern hat mit der CAMAC-Lösung eine komplette eBBV-Plattform.
 
Im Kanton Zürich läuft im Moment die Implementierung des Systems, eine Pilotphase ist für das vierte Quartal 2019 vorgesehen, der Beta-Betrieb soll Anfang 2020 starten. Bern hat sein eBBV nach einer Testphase im Juni auf den ganzen Kanton ausgeweitet. Auch der Kanton Freiburg hat Anfang Juni elektronische Baudossiers eingeführt.
 
In Graubünden wird das "eBBV ein mehrjähriges Projekt mit einer Investitionssumme von über einer Million Franken sein", schreibt die Regierung. Eine kantonsinterne Arbeitsgruppe soll nun einen konkreten Projektauftrag zuhanden der Regierung ausarbeiten. Mit dem entsprechenden Budgetbeschluss soll dann wiederum der Grosse Rat über die definitive Einführung des eBBV in Graubünden befinden. (paz)