Postfinance stellt temporär Bezahl-App-Funktion wegen Qualitätsmangel ab

Soeben hat Postfinance seine Kunden darüber informiert, dass ihnen zum Login neben der bisherigen Nutzung des gelben Kästchens nun weitere Möglichkeit offenstehen. Wie bei vielen anderen Banken üblich, reicht künftig auch bei der Postfinance der Fingerabdruck oder ein Passwort, berichtet die 'Handeslzeitung'.
 
Gleichzeitig, heisst es in dem Bericht weiter, entfalle mit dem Update der Bezahl-App für einige Monate die bisher für Android-Handys bestehende Wallet-Funktion. Wie Postfinance-Sprecher Richard Pfister auf Anfrage bestätigt, bleibt diese Bezahlfunktion der App tatsächlich bis voraussichtlich im November abgestellt.
 
Nur um wenige Monate Lizenzgebühren zu sparen, verärgere Postfinance die User, konstatiert die 'Handelszeitung'. Das sei nicht zuletzt deshalb bedauerlich, weil Postfinance die einzige Bank mit einer solchen Funktion gewesen sei. Zur Nutzung konnte man die Debitkarte in der App hinterlegen und dann das Handy in Läden zum Bezahlen verwenden.
 
Pfister relativiert diese Einschätzung. Tatsächlich sei die Funktion zwar rund 41'000 mal heruntergeladen worden, tatsächlich genutzt hätten sie aber weniger als zehn Prozent davon.
 
Dass Postfinance in Kauf nimmt, diese wenn auch kleine Kundengruppe möglicherweise zu vergraulen, erklärt Pfister mit erheblichen Qualitätsmängeln dieser App-Funktion. Deshalb habe man die im Juni ausgelaufenen Lizenzen auch nicht für wenige Monate verlängert. Um welche Mängel es sich handelt und wer die Software entwickelt hat, sagt er nicht. Er betont aber, dass bei diesem Entscheid nicht ausschlaggebend gewesen sei, Lizenzgebühren einzusparen.
 
Wahrscheinlich im November, so Pfister auch gegenüber inside-it.ch, werde die Bezahlfunktion dann in einer erweiterten Ausführung vorliegen. In der App sollen sich dann nicht nur Kontokarten, sondern auch Kreditkarten hinterlegen lassen können. (vri)