Schweizer Supercomputer bleibt der grösste Europas

Unter den ersten Zehn der neuen Top-500-Liste der weltweit grössten und schnellsten Supercomputer gab es wenig Veränderungen.
 
Der von Cray stammende "Piz Daint" am Swiss National Supercomputing Centre (CSCS) der ETH in Lugano ist mit seinen 21,2 Petaflops weiterhin Europas schnellster Computer auf Rang 6, hat allerdings einen Platz eingebüsst.
 
An der Spitze der Liste steht unverändert "Summit" von IBM im Oak Ridge National Laboratory mit einer Leistung von 148,6 Petaflops. Die Top Ten verzeichnen einen Neuzugang: Auf Rang 5 findet sich der "Frontera" von Dell am Texas Advanced Computing Center in Austin (23,5 Petaflops).
 
Erstmals ist ein Cloud-System in die Liste eingezogen: Amazon EC2 C5 Instance Cluster von Descartes Labs auf Platz 136.
 
Die USA konnten ihren Anteil an Systemen in den Top 500 leicht steigern: von 112 auf 119 Systeme. Fast doppelt so viele Systeme hat China in der Liste: 219, ein Rückgang von zuletzt 229. Europa folgt mit 98 Systemen. Dank "Summit" und "Sierra" auf Rang 2 haben die USA mit ihren addierten Computern aber nach wie vor am meisten Leistung: 600 Petaflops gegenüber Chinas 466 Petaflops.
 
China weist einige Neuzugänge von Inspur, Lenovo und Sugon in den Top 500 auf, die mehrheitlich mit Xeon-Gold-Prozessoren arbeiten. In 478 Systemen weltweit stecken Xeon-Prozessoren von Intel. Als Operating System benutzen alle 500 Supercomputer auf der Liste Linux.
 
Insgesamt beträgt die Leistung aller 500 Supercomputer 1,56 Exaflops. Das dürfte sich schon bald ändern: Im Mai 2019 gab das US-Energieministerium die Investion von 600 Millionen Dollar bekannt, um in Zusammenarbeit mit Cray einen neuen Supercomputer für das Oak Ridge National Laboratory zu bauen. "Frontier" soll 2021 in Betrieb gehen und eine Leistung von 1,5 Exaflops haben. (paz)