Malware-Angriff: Stadt in Florida zahlt Lösegeld

Der Stadtrat von Riviera Beach hat den Forderungen von Hackern nachgegeben, nachdem die IT der Kleinstadt in Florida lahmgelegt wurde. Dies berichten 'ZDnet' und die Nachrichtenagentur 'AP'.
 
Die Hacker hätte sich Zugang zum System der Stadt verschafft, als ein Polizeibeamter am 29. Mai den Anhang eines E-Mails öffnete. Die Malware habe sich daraufhin rasant verbreitet. Unterlagen der Behörden wurden verschlüsselt, das Mailsytem der Verwaltung wurde lahmgelegt, Zahlungen mussten mit Cheques statt Debitbuchungen erledigt werden.
 
Die "Ransomware Gang" ('ZDnet') verlangte 600'000 US-Dollar Lösegeld in Form von Bitcoins. Ursprünglich hatte die Regierung der Stadt, die 35'000 Einwohner zählt, bereits notfallmässig eine knappe Million Dollar aus ihrem Budget gebilligt, um neue Hardware anzuschaffen und das IT-System neu aufzubauen. Doch dann entschied sie sich anders.
 
Eine Sprecherin der Stadt erklärte gemäss 'AP' dass die Stadt mit externen Sicherheitsberatern gearbeitet habe, die eine Zahlung des Lösegelds empfohlen hätten. Die Summe sei durch eine Versicherung gedeckt. Sie räumte ein, dass es keine Garantien dafür gebe, dass die Hacker nach erfolgter Zahlung die Datensätze freigeben werden.
Anfang Mai war bereits die US-Stadt Baltimore Opfer eines Hacker-Angriffs auf ihr IT-System geworden. Sie weigerte sich, dass geforderte Lösegeld zu zahlen.
 
Das FBI wollte sich zum neusten Fall in Riviera Beach und dem Vorgehen der dortigen Stadtregierung nicht äussern. Die Sicherheitsbehörde sagte laut 'AP' nur, dass im letzten Jahr über 1493 Ransomware-Angriffe berichtet wurde, wobei einige der Opfer insgesamt 3,6 Millionen Dollar an die Hacker zahlten. (paz)