Neue Speicher­technologie soll extrem energiesparend sein

Mit einer neuen Art von Datenspeicher wollen Forschende der Universität Lancaster ein Energieproblem in der IT lösen. Das Speichermedium, wie es in der wissenschaftlichen peer-reviewten Publikation bei 'Nature' beschrieben wird, verspricht, den Alltag mit seinem extrem niedrigen Energieverbrauch zu verändern.
 
Im Haushalt seien die Energieeinsparungen durch energiesparende Beleuchtung und Haushaltsgeräte durch den verstärkten Einsatz von Computern zunichte gemacht worden, schreiben die Wissenschaftler und bis 2025 werde ein "Tsunami von Daten" voraussichtlich ein Fünftel des weltweiten Stromverbrauchs decken.
 
Das neue Speichermedium habe das Potenzial sowohl DRAM- als auch Flash-Speicher abzulösen, versprechen die Wissenschaftler, die sich ihre Entwicklung bereits patentieren lassen haben.
 
Während das Schreiben von Daten in DRAM schnell und energiesparend sei, seien die Daten volatil und müssten kontinuierlich "aktualisiert" werden, um einen Verlust zu vermeiden. Dies sei unbequem und ineffizient, erklärt Physik-Professor Manus Hayne. Flash speichere Daten robust, aber das Schreiben und Löschen sei langsam, energieintensiv und verschlechtere sie, was sie für den Arbeitsspeicher ungeeignet mache.
 
"Das Ideal ist es, die Vorteile beider ohne ihre Nachteile zu kombinieren, und das haben wir bewiesen", so Hayne. Der Speicher habe eine "intrinsische Datenspeicherzeit, die voraussichtlich das Zeitalter des Universums übersteigt." Das Schreiben von Daten benötige ausserdem nur ein Hundertstel der Energie bei DRAM und ein Tausendstel der Energie bei Flash-Speicher, so die Wissenschaftler weiter.
 
Für die neuen Speicherzellen werden Materialien mit besonderen elektronischen Eigenschaften verwendet. Dabei handelt es sich um InAs (Indiumarsenid), GaSb (Galliumantimonid) und AlSb (Aluminiumantimonid). Die physikalischen Details können im frei zugänglichen Artikel mit dem Titel "Room-temperature operation of low-voltage, non-volatile, compound-semiconductor memory cells" online nachgelesen werden. (kjo)