Zürcher Datenschützer kritisiert Behörden

Besonders im Gesundheitswesen, doch auch bei anderen öffentlichen Behörden gebe es einen unsorgfältigen Umgang mit Daten.
 
Der Datenschutzbeauftragte des Kantons Zürich, Bruno Baeriswyl, kritisiert in seinem "Jahresbericht 2018" die Digitalisierung. Es steige die Gefahr des Missbrauchs von persönlichen Daten und digitalen Identitäten. Die Digitalisierung werde damit zur "Hochrisikostrategie mit unberechenbarem Ausgang".
 
Umfragen zeigten, dass die Bürgerinnen und Bürger grossen Wert auf den Schutz ihrer persönlichen Daten legen. Doch obwohl immer mehr sensitive Daten verwendet werden, müsse er als Datenschutzbeauftragter feststellen, dass vielfach die notwendigen Massnahmen für den Schutz und die Sicherheit der Daten ungenügend umgesetzt seien, so Baeriswyl.
 
Von der Datenverarbeitung sei die Bevölkerung umfassend betroffen, sei es im Gesundheitswesen, im Bildungsbereich, im Kindes- und Erwachsenenschutz oder bei Polizei und Strafverfolgung.
 
Besonders sensitiv sei der Umgang mit Gesundheitsdaten. Bei Kontrollen stelle er als Datenschutzbeauftragter jedoch immer wieder unzureichende Massnahmen zum Schutz der Daten und ihrer Sicherheit fest. Mit der Einführung elektronischer Patientendossiers werde der sorgfältige Umgang mit den Daten noch wichtiger.
 
Auch die kantonalen Behörden kritisiert Baeriswyl: In zwei Fällen seien persönliche Daten in die Öffentlichkeit gelangt, so seien etwa Bewerbungsunterlagen online einsehbar gewesen. Insgesamt habe sich die Sicherheit der Daten nicht nachhaltig verbessert.
 
Die Menge der sensitiven Daten wachse rasant, und auch der Kanton Zürich treibe die Digitalisierung voran, heisst es im Bericht. Für die zunehmend anspruchsvolleren Aufgaben verlangt Baeriswyl wie schon im letzten Jahr zusätzliche Ressourcen. Ohne diese werde die Digitalisierung zu einem "nicht einschätzbaren Wagnis".
 
Der Tätigkeitsbericht ist unter dsb.zh.ch abrufbar. (paz/Keystone-sda)