Kanton Bern verab­schiedet Digi­tali­sierungs-Strategie

Die neue Geschäftsstelle "Digitale Verwaltung" werde federführend bei der Umsetzung der "Strategie Digitale Verwaltung des Kantons Bern".
 
Der Regierungsrat hat die "Strategie Digitale Verwaltung des Kantons Bern" genehmigt und zur Kenntnisnahme an den Grossen Rat verabschiedet. Mit der Strategie, so eine Mitteilung, will der Kanton die E-Gov-Aktivitäten der gesamten Kantonsverwaltung koordiniert und gezielt vorantreiben. Die Strategie löst die bisher geltende E-Government-Strategie von 2002 ab.
 
Mit der neuen Strategie treibe der Regierungsrat die digitale Transformation der Kantonsverwaltung voran, wie er es in seinen Legislaturzielen 2019-2022 vorgesehen hat: In absehbarer Zukunft sollen die Bevölkerung und die Wirtschaft sämtliche Geschäfte mit der Verwaltung komplett elektronisch abwickeln können, schreibt der Regierungsrat. Dies solle den administrativen Aufwand reduzieren und die Attraktivität des Kantons Bern als Wirtschafts- und Lebensraum fördern.
 
Einige Projekte seien bereits umgesetzt, etwa ein kantonales E-Recruiting-System, das den gesamten Bewerbungsprozess bis zum Vertragsabschluss papierlos abgewickelt. Ausserdem liessen sich die Steuererklärung elektronisch ausfüllen oder Anträge für die Prämienverbilligung online stellen, fasst die Regierung in der Mitteilung zusammen.
 
Neue Geschäftsstelle "Digitale Verwaltung"
Mit der Strategie schaffe man erstmals einen verbindlichen inhaltlichen und organisatorischen Rahmen für die gesamte Kantonsverwaltung, die Behörden und die Gemeinden. Auf der Grundlage der Strategie werden die Schwerpunkte der Digitalisierungsprojekte für die kommenden Jahre aus gesamtkantonaler Sicht festgelegt und koordiniert.
 
Der Regierungsrat hat die digitale Transformation der Verwaltung als Entwicklungsschwerpunkt seines Legislaturprogramms 2019-2022 definiert und er steuert als übergeordnete Instanz die Digitalisierung in der Verwaltung des Kantons. Eine neu geschaffene Delegation des Regierungsrats soll sich regelmässig mit direktionsübergreifenden und strategischen Fragen befassen. Geleitet wird die Delegation vom Staatsschreiber. Die weiteren Mitglieder der Delegation sind laut Mitteilung die Regierungsrätinnen Beatrice Simon und Evi Allemann.
 
Die Umsetzung der Strategie Digitale Verwaltung werde durch die Staatskanzlei begleitet. Dafür richtet sie eine neue Geschäftsstelle "Digitale Verwaltung" im Umfang von eineinhalb Vollzeitstellen ein. Unterstützt wird die Staatskanzlei dabei durch das kantonale Amt für Informatik und die Direktionen. Die neue Geschäftsstelle sei operative und zentrale Anlaufstelle für sämtliche Fragen und Anforderungen zum Thema digitale Verwaltung für alle internen und externen Gruppen. Sie initiiere zentrale Projekte und übernehme ausserdem die Aufgaben an den Schnittstellen zwischen dem Kanton, den Gemeinden und dem Bund, heisst es in der Strategie.
 
Austausch mit Gemeinden
Ein neues "Kontaktgremium Digitalisierung Kanton-Gemeinden" soll den regelmässigen Austausch mit den bernischen Gemeinden sicherstellen. Es soll sich mit Fragen rund um die digitale Verwaltung zwischen dem Kanton und den Gemeinden befassen und Projekte anstossen. Im Kontaktgremium vertreten sind unter anderem die Mitglieder der Regierungsdelegation sowie der Präsident und der Geschäftsführer des Verbandes bernischer Gemeinden. (kjo)