Silodenken und Insellösungen bremsen Schweizer Smart-City-Fortschritt

Die Bemühungen für Smart City in der Schweiz komme "eher zögerlich in den Gang", schreibt Asut in einer Mitteilung. Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, hat der Telco-Verband mit Partnern Experteninterviews und eine Web-Umfrage in Auftrag gegeben.
 
Die Stakeholder-Analyse von AWK und der ZHAW unter 215 Teilnehmern hält aber grundsätzlich keine allzu schlechten Noten für die hiesigen Bemühungen bereit: Ein Drittel der Städte und Gemeinden, die an der Studie teilgenommen hätten, verfügten bereits über eine Smart-City-Strategie. Ein weiteres Drittel arbeite derzeit daran.
 
So erklärt es sich dann auch, dass fast zwei Drittel der Städte und Gemeinden ein Budget für Produkte und Dienstleistungen im Bereich Smart City verfügen oder dies zumindest planen. Laut Asut wird deshalb die "Zahl und Themenbreite von Smart-City-Projekten weiter zunehmen".
 
Die höchste Verbreitung finden Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen "Smart Environment", "Smart Government" und "Smart Mobility". Rund die Hälfte der Städte und Gemeinden verfügten in diesen Bereichen jeweils über Projekte oder zumindest Pilotprojekte. Etwas weniger verbreitet sind hingegen Lösungen in den Bereichen "Smart Economy", "Smart People" oder "Smart Living".
 
Technologischer Fokus und demokratischer Anspruch
Als eines der grössten Hindernisse haben die Studienautoren das Silodenken in den Verwaltungen und Insellösungen – also fehlenden Schnittstellen – ausgemacht. Wichtig sei es darum, sich in- und ausserhalb der Stadt zu vernetzen und politische Unterstützung zu erlangen. Zudem solle man Plattformen für den Datenaustausch und eine entsprechende Strategie entwickeln.
 
Auch geographisch finden sich Silos: Rund 80 Prozent aller Smart-City-Produkte und -Dienstleistungen werden bloss innerhalb der eigenen Gemeinde oder Stadt ausgerollt.
 
Die Cyber-Sicherheit sei als eine der Schlüsselkompetenzen in Sachen Smart City zu betrachten. Ihr müsse zusammen mit dem Datenschutz ein grosses Gewicht eingeräumt werden. Beides sind für die Bevölkerung wichtige Themen.
 
Daran anschliessend hält die Studie weitere Ratschläge parat: Smart City sei keine Top-Down-Angelegenheit. Die Erfahrungen aus dem In- und Ausland zeigten, dass der Einbezug der Bevölkerung für den Erfolg ausschlaggebend sei.
 
Wenn man sich die grössten Hürden anschaut, drängt sich zudem ein weiterer Gedanke auf: Man darf sich nicht zu sehr auf die Technologie fokussieren, sondern auch die Bevölkerung über den potentiellen Nutzen von Smart City informieren.
 
An der Umfrage haben sich 215 Personen beteiligt, 58 Vertreter aus Städten und Gemeinden der Schweiz, 97 Unternehmen sowie 60 weitere Institutionen. Zusätzlich wurden Experteninterviews geführt. (ts)