Kein E-Voting mit Post-System im Herbst

Die Post hatte ursprünglich geplant, ab 2020 schrittweise auf ein neues E-Voting-System mit universeller Verifizierbarkeit umzusteigen. Jetzt entschied das Unternehmen aber, das bestehende System, das in vier Kantonen im Einsatz ist, nicht weiterzubetreiben. Das E-Voting-System der Post steht für die Nationalratswahlen im Herbst damit nicht zur Verfügung, teilt das Unternehmen mit.
 
Der Entscheid des Bundesrates, E-Voting bis auf Weiteres nicht als ordentlichen Stimmkanal einzuführen, ist laut Post einer der Gründe für den Schritt. Es mache ausserdem ökonomisch wenig Sinn, zwei Systeme gleichzeitig zu entwickeln und zu betreiben.
 
"Die Post hat in den letzten Monaten gut zugehört und die Situation analysiert. Wir sind überzeugt, dass E-Voting einem Bedürfnis der Stimmbürgerinnen und -bürger entspricht. Deshalb wird es auch künftig zum Portfolio der Post gehören", sagt Roberto Cirillo, CEO der Schweizerischen Post. "Ich habe entschieden, unsere Ressourcen künftig ausschliesslich für das neue System einzusetzen." Man wolle es den Kantonen ab 2020 für den Versuchsbetrieb anbieten.
 
Das bisherige E-Voting-System habe nur eine individuelle Verifizierbarkeit geboten; das Neue bietet auch eine universelle Verifizierbarkeit, schreibt die Post weiter. Es wurde im Frühling 2019 einem öffentlichen Intrusionstest (PIT) unterzogen. 3000 internationale Hacker bissen sich an ihm nach Postangaben die Zähne aus. Im Quellcode wurden allerdings schwere Fehler entdeckt. (kjo)