Schweizer Bibliotheken lassen sich von Google digitalisieren

Aussenansicht der ZB. Foto: Frank Brüderli
Eine Reihe von Schweizer Bibliotheken hat eine Abmachung mit Google Books zur Digitalisierung ihrer grossen Textbestände getroffen. Die Zürcher Zentralbibliothek (ZB) beispielsweise will bis 2022 rund 70'000 Texte aus dem 18. und 19. Jahrhundert durch Google digitalisieren lassen. Im Fall der Universitätsbibliothek Bern sollen es sogar etwa 100'000 Bücher aus dem gleichen Zeitraum sein.
 
Nach dieser Aktion werden die Zentralbibliothek, die Universitätsbibliothek Bern und andere Bibliotheken in der Schweiz rund eine Viertelmillion Werke online zur freien Verfügung stellen können, wie die ZB mitteilte.
 
Durch die Zusammenarbeit mit Google können die Bibliotheken ihre Bestände deutlich schneller digitalisieren, als wenn sie dies mit eigenen Mitteln tun müssten, denn Google übernimmt einen grossen Teil der Kosten. Google tue dies, so die ZB, mit dem Ziel, so viele Texte des 18. und 19. Jahrhunderts wie möglich unter anderem auch internationalen Forschungen online zugänglich zu machen.
 
Die Universitätsbibliothek Bern beispielsweise kann ab 2020 monatlich 5000 Bände bereitstellen, die von Google abgeholt und gescannt werden. Anschliessend kommen die Bücher wieder zurück nach Bern. Google Books übernimmt die Kosten für den Transport und das Einlesen der Dokumente.
 
Die Texte stehen den Nutzern nachher als Google-Books, aber auch in den bibliothekseigenen Katalogen und Portalen zur Verfügung, wie die ZB sagt. Erste Schritte in Richtung Digitalisierung unternahm die Zürcher Bibliothek bereits mit den beiden Plattformen e-manuscripta.ch und e-rara.ch. Dort kann online in alten Handschriften gestöbert und nach alten Drucken gesucht werden. Weitere Schweizer Bibliotheken, die mit Google kooperieren sind die Universitätsbibliothek Basel, die ETH-Bibliothek sowie die Bibliothèque de Genève. (hjm/Keystone-sda)