Oracle scheitert mit JEDI-Klage

Eine Klage von Oracle gegen das US-Verteidigungsministerium ist vom Court of Federal Claims abgewiesen worden. Der Datenbankriese hatte eine Klage eingereicht, weil das Verteidigungsministerium ihn seiner Ansicht nach unrechtmässig von einem riesigen Cloud-Beschaffungsauftrag ausgeschlossen hatte.
 
Beim Projekt Joint Enterprise Defense Infrastructure (JEDI) geht es um die Beschaffung von Cloud-Ressourcen für das Department of Defense über die kommenden zehn Jahre. Der Wert des Auftrags wird auf rund zehn Milliarden Dollar geschätzt. Das Ministerium will dafür nur einen Provider auswählen, was von vielen Politikern und Experten in den USA kritisiert wird.
 
Aufgrund der äusserst grossen Anforderungen, welche das Verteidigungsministerium für einen möglichen Provider festgelegt hatte, hatten sich von Anfang an nur vier Unternehmen dafür beworben: Oracle, IBM, Amazon und Microsoft. Später entschied das Ministerium dann, dass sowohl Oracle als auch IBM die Kriterien nicht erfüllen würden und schloss sie vom Beschaffungsprozess aus. Nun sind nur noch Microsoft und Amazon im Rennen um diesen Auftrag.
 
Der Court of Federal Claims ist dafür zuständig, über Forderungen gegen die US-Regierung zu entscheiden. Der zuständige Richter für den JEDI-Fall begründete sein Urteil damit, dass die vom Verteidigungsministerium aufgestellten Kriterien für einen Lieferanten rechtmässig seien. Da Oracle selbst eingeräumt habe, diese Kriterien nicht erfüllen zu können, sei auch der Ausschluss rechtens. Auch den von Oracle monierten Interessenskonflikt, weil Amazon an der Ausarbeitung des JEDI-Vertrags beteiligte Pentagon-Mitarbeiter angeworben hatte, anerkannte der Richter nicht.
 
Eine Entscheidung darüber, wer den Auftrag erhält, wird in den kommenden Wochen erwartet. (hjm)