Microsoft wächst dank Cloud kräftig

Und bald startet die Azure-Plattform auch in der Schweiz.
 
Der Software-Riese Microsoft bleibt dank seiner florierenden Cloud-Dienste auf Erfolgskurs. In dem Ende Juni abgelaufenen Geschäftsquartal verzeichnet der Konzern einen Umsatz von 33,7 Milliarden Dollar. Dies ist ein Plus von zwölf Prozent im Jahresvergleich.
 
Der Gewinn schoss um 49 Prozent auf 13,2 Milliarden Dollar in die Höhe. Die positiven Entwicklungen lagen allerdings auch an einer Steuergutschrift von über 2,6 Milliarden Dollar.
 
Microsoft verdient weiter prächtig im Cloud-Bereich. Der Azure-Umsatz stieg laut Mitteilung um 64 Prozent, was auf Zuwächse sowohl im IaaS- als auch im PaaS-Bereich zurückzuführen sei. Die Geschäftseinheit "Intelligent Cloud", zu der Microsoft die Azure-Services zählt, verzeichnet ein Umsatzwachstum von 19 Prozent auf 11,4 Milliarden Dollar und der Gewinn stieg um 15 Prozent auf 601 Millionen Dollar. Der Umsatz mit Serverprodukten stieg um fünf Prozent, was auf die Nachfrage vor dem Support-Ende für SQL Server 2008 und Windows Server 2008, auf Hybridlösungen und Wachstum bei GitHub zurückzuführen sei.
 
"Schweizer Cloud" kurz vor dem Start
Vor knapp einem Jahr kündigte Microsoft an, Cloud-Services auch aus Schweizer Rechenzentren heraus anbieten zu wollen. Der Launch von Microsoft Azure Schweiz steht vor der Tür. Am 29. August findet dazu ein Event statt, zu dem mehrere Microsoft-Partner parallel einladen. Ob an diesem Tag tatsächlich auch der "Schalter umgelegt" wird, will das Unternehmen auf Anfrage nicht bestätigten. An diesem Tag gehe es darum, die Innovationskraft der Schweiz zu zeigen, so Tobias Steger, Leiter Kommunikation bei Microsoft Schweiz, zu inside-it.ch. Zu einem früheren Zeitpunkt nannte Microsoft die zweite Jahreshälfte als Starttermin der Schweizer Cloud. "An diesem Termin halten wird fest", fügt Steger an.
 
Aus Rechenzentren in den Kantonen Zürich und Genf sollen zunächst IaaS- und Netzwerkdienste, Compute und Backup sowie verschiedene PaaS-Services wie unter anderem Azure SQL DB und Azure Cosmos DB geliefert werden. Gegen Ende Jahr werden auch ein Teil der Online-Dienste von Office 365 und Microsoft 365 in die Schweiz gebracht.
 
Zweistelliges Wachstum in allen Segmenten
Nicht nur im Cloud-Bereich, auch in den anderen Geschäftseinheiten kann Microsoft im letzen Quartal ein kräftiges Wachstum ausweisen. Im Segment "Productivity and Business Processes" wuchs der Umsatz um 14 Prozent auf 11,05 Milliarden Dollar. Zu diesem Geschäftsbereich gehören die Einnahmen mit Office. Diese steigen im Commercial-Bereich um 14 Prozent und im Consumer-Bereich um sechs Prozent im Jahresvergleich. Es zeichne sich ein Shift in die Cloud ab: Die Einnahmen mit Office 365 Commercial legten um einen Drittel zu. Der Umsatz mit Dynamics wuchs um 12 Prozent und mit der 2016 übernommenen Plattform Linkedin setzte Microsoft im letzten Quartal 371 Millionen Dollar – ein Plus von 25 Prozent.
 
In der Sparte "More Personal Computing" wuchsen die Einnahmen um vier Prozent auf 11,3 Milliarden Dollar. Gute Zahlen in diesem Bereich weist Microsoft für das Surface (Plus 14 Prozent) aus während die Einnahmen im Gaming-Bereich rückläufig waren. Ein gutes Momentum, so Microsoft, gebe es auch mit Windows OEM. Das Supportende von Windows 7 treibe die Nachfrage nach Windows 10 an. (kjo)