Trump mischt sich in Cloud-Beschaffung des Pentagons ein

Die umstrittene Cloud-Beschaffung des Pentagons, ein Projekt über mehrere Milliarden Dollar namens JEDI, ist nun auch ins Blickfeld von US-Präsident Donald Trump gekommen. Er erklärte Reportern, das Weisse Haus werde "einen sehr genauen Blick" auf das Projekt werfen. Er habe, so Trump "erhebliche Beschwerden" zum Beschaffungsprozess erhalten, er nannte Oracle, IBM und Microsoft als Urheber seines Interesses.
 
Im Rennen um den Milliardenauftrag sind noch AWS und Microsoft, ausgeschieden sind Oracle und IBM.
 
Zudem hatte Oracle gegen einen erteilten Zuschlag an AWS geklagt, ist aber kürzlich damit vor Gericht gescheitert. Damit schien eine grosse Hürde für den Zuschlag gefallen.
 
Aber nun tauchen neue Hürden auf, neben Trump sind es eine wachsende Anzahl Parlamentarier mit divergierenden Ansichten.
 
Trumps Worte zu JEDI machten schnell die Runde durch Washington. Am selben Tag noch verfasste eine Gruppe republikanischer Parlamentarier, die in einem Armee-Komitee sind, einen Brief an Trump. Der Inhalt: "Es ist aus Gründen der nationalen Sicherheit wesentlich, dass es so schnell wie möglich vorwärtsgeht mit der Vergabe und der Implementierung dieses Vertrages".
 
Des Weiteren schreiben Trumps Parteikollegen: "Es ist zwar verständlich, dass einige der um den Auftrag konkurrierenden Unternehmen enttäuscht sind, nicht als Finalist ausgewählt worden zu sein, aber weitere unnötige Verzögerungen werden nur unsere Sicherheit beeinträchtigen und die Kosten der Beschaffung erhöhen."
 
Völlig anderer Meinung ist aber beispielsweise der ebenfalls republikanische Senator Marco Rubio. Letzte Woche schrieb er einen Brief an den nationalen Sicherheitsberater John Bolton, in dem er um eine Verzögerung des Vertrages bat. Seine Sorge ist, dass der Zuschlag an nur einen Anbieter "zu verschwendeten Steuergeldern führen wird und unseren Kämpfern nicht die besten Technologielösungen bietet". Bolton ist einer der engsten Berater des Präsidenten.
 
Beim Projekt "Joint Enterprise Defense Infrastructure" (JEDI) geht es um die Beschaffung von Cloud-Ressourcen für das Verteidigungsministerium über die kommenden zehn Jahre. Der Wert des Auftrags wird auf rund zehn Milliarden Dollar geschätzt und das Ministerium will dafür nur einen Provider auswählen.
 
Der Pentagon-CIO Dana Deasy sagte kürzlich, dass er hofft, den JEDI-Zuschlag "irgendwann im August" zu vergeben. Laut US-Beschaffungsspezialisten hat aber Trump die Möglichkeit, dies zu verhindern. (mag)