Pentagon und Polizei auf Kunden­liste – Mitarbeiter kriti­sieren Google

Erneut haben Google-Mitarbeitende Bedenken wegen der Kundenliste des Unternehmens geäussert. Erneut geht es um KI-gestützte Lösungen für das Pentagon, wie 'The Intercept' berichtet. Google liefere über Umwege KI-Technologien für das Pentagon und weitere Kunden im Bereich der Strafverfolgung, sagen Mitarbeitende dem US-Magazin. Dies geschehe über eine Reihe von Startups, die finanziell und technologisch durch Gradient Ventures unterstützt würden. Dabei handelt es sich um einen von Google gegründeten Risikokapitalgeber.
 
Cogniac, eine der Firmen im Portfolio von Gradient Ventures, stelle der amerikanischen Armee Bildverarbeitungssoftware zur Verfügung, um die Daten von Kampfdrohnen zu analysieren, und der Polizei in Arizona, um zu ermitteln, wann Personen die Grenze zwischen den USA und Mexiko überschreiten. Ein anderes wiederum arbeite an einer KI-basierten Softwarelösung, die es ermöglicht Drohnen-Flotten zu steuern und Städte zu überwachen.
 
Die Google-Mitarbeitenden sagte gegenüber 'The Intercept', dass das Unternehmen den Umweg über Gradient Venutures gehe, damit der Konzern die Arbeiten und Technologien für das Militär nicht offenlegen müsse. Die Startups erhielten nicht nur Geld sondern auch Daten, etwa jene die Google bei der Schulung der eigenen KI-Systeme gesammelt habe.
 
Auf Anfrage von 'The Intercept' meint ein Google-Sprecher, dass Google über den Venture-Arm jährlich bis zu zehn Millionen Dollar in KI-Startups stecke und in einigen Fällen hätten die Jungunternehmen die Möglichkeit, "mit Google-Mitarbeitenden zusammenzuarbeiten, die sie in einer Vielzahl von Bereichen beraten". Es sei üblich, dass die Unternehmen, in die Gradient Ventures investiert sei, auch Zugang zu Data Tools erhielten. Man sei nicht ins Tagesgeschäft der Unternehmen involviert, so Google weiter. Ausserdem halte sich Gradient Ventures "bei Investitionen an die KI-Prinzipien von Google".
 
Diese Prinzipien für ethische KI hat der Konzern im Sommer 2018 publiziert. Damals teilte Google auch mit, den Pentagon-Vertrag (Projekt Maven) auslaufen zu lassen. Zuvor wurden Proteste von Google-Mitarbeitenden gegen die Entwicklung von Objekterkennungssoftware für das Pentagon bekannt. Das Unternehmen versicherte zudem, eine Reihe von Massnahmen durchführen zu wollen. Neben Reviews der Projekte sollen auch Mitarbeitende sensibilisiert werden für die ethische Entwicklung von KI. (kjo)