Die IT-Woche:

Diese fünf Topstories sorgten in der Kalender-Woche 30 für Diskussionsstoff in der Schweizer IT-Welt.
 
Abraxas und Abacus setzen sich in St. Gallen durch
Der Zuschlag der Aufsehen erregenden Ausschreibung der Stadt St. Gallen für eine neue ERP-Lösung geht an Abraxas mit Produkten der Firma Abacus. Nötig geworden war die Ausschreibung dank einem Kompromiss nach langjährigem Rechtsstreit zwischen Abacus und Abraxas, beziehungsweise der vormaligen VRSG, und St. Galler Gemeinden. Die Einigung verpflichtet die vier grössten Gemeinden im Kanton eine neue Finanzlösung als Nachfolge der VRSG-Lösung auszuschreiben. Abraxas hatte zwei Angebote eingereicht: neben Abacus eine für die Implementierung der Abraxas FIS (FinanzSuite), die auf Navision basiert. "Wir haben den Wettbewerb gesucht und freuen uns sehr, dass wir diese anspruchsvolle Ausschreibung auch gewonnen haben", sagt Abacus-GL-Mitglied Martin Riedener auf Anfrage.

Winnti-Hacker haben wohl auch Schweizer Konzern ausspioniert
Die Hackergruppe Winnti hat nicht nur den Chemie- und Pharmakonzern Bayer gehackt, sondern auch Hunderte andere Firmen zumindest ins Visier genommen. Darunter soll auch der Schweizer Pharmakonzern Roche sein sowie mindestens sechs deutsche DAX-Konzerne. Dies melden deutsche Medien unter Berufung auf rund 30 Quellen und weiteren Recherchen mit. Die von Winnti eingesetzte Schadsoftware soll "in Hunderten von Varianten" existieren, so der Bericht. Um die Varianten und Opfer managen zu können, soll die Hackergruppe die einzelnen Firmennamen im Quellcode aufführen, was es wiederum Securityforschern erlaubte, die Angegriffenen zu identifizieren. Roche blieb gegenüber den Medien ausweichend. Ein Sprecher des Konzerns sagte, man nehme "Informationssicherheit und den Datenschutz sehr ernst."

Zürich soll zum internationalen KI-Hub werden
Politik, Wirtschaft und Bildung setzen sich dafür ein, Zürich zu einem internationalen Zentrum für künstliche Intelligenz auszubauen. Eine entsprechende Initiative, die im September offiziell lanciert wird, findet breite Abstützung. Regierungspräsidentin Carmen Walker Späh, Nationalrätin Doris Fiala, Professoren der ETH, der Universität und der Fachhochschule ZHAW, Firmen wie ABB, Swiss Re oder UBS gehören zu den Unterstützern. Auch auf die Hilfe des Swiss AI Labs in Lugano könne man zählen. Die von Starmind-Gründer Pascal Kaufmann gestartete Stiftung Mindfire wird die Initiative koordinieren. Er nennt etwa Projekte im Bereich der humanoiden Robotik oder ein von den Hochschulen betriebenes KI-Lab als Beispiele.
 
Trump mischt sich in Cloud-Beschaffung des Pentagons ein
Die umstrittene Cloud-Beschaffung des Pentagons, ein Projekt über mehrere Milliarden Dollar namens JEDI, ist nun auch ins Blickfeld von US-Präsident Donald Trump gekommen. Er erklärte Reportern, das Weisse Haus werde "einen sehr genauen Blick" auf das Projekt werfen. Er habe, so Trump "erhebliche Beschwerden" zum Beschaffungsprozess erhalten, er nannte Oracle, IBM und Microsoft als Urheber seines Interesses. Im Rennen um den Milliardenauftrag sind noch AWS und Microsoft; ausgeschieden sind Oracle und IBM. Parlamentarier reagierten postwendend auf Trumps Äusserungen. "Es ist aus Gründen der nationalen Sicherheit wesentlich, dass es so schnell wie möglich vorwärts geht mit der Vergabe und der Implementierung dieses Vertrages", schreiben republikanische Parlamentarier in einem Brief.
 
Bei Russlands Geheimdienst wurden 7,5 Tera Daten via Jira gestohlen
Ein Contractor des russischen Geheimdienstes (FSB, vormals KGB) wurde gehackt. Dabei erbeuteten die Hacker 7,5 Terabyte an Daten über Projekte, die die Firma für den FSB entwickelt. Die Hacker seien in einen Active-Directory-Server des IT-Dienstleisters SyTech eingedrungen und hätten Zugang auf eine Jira-Instanz erhalten, wobei sie Daten von rund 20 nicht-öffentlichen IT-Projekten der Behörde abgesogen hätten, so verschiedene Medienberichte. Zu diesen Projekten sollen Linkedin- und Facebook-Datensammlungen gehören, in einem weiteren werde versucht, Nutzer des Tor-Netzwerks zu identifizieren. Ein anderes Projekt wurde dafür entwickelt, um verdeckte Operationen in Peer-to-Peer-Netzwerken wie BitTorrent, Jabber, OpenFT und ED2K durchzuführen.
 
Nie mehr eine Story verpassen? Abonnieren Sie unseren kostenlosen E-Mail-Newsletter!