Warum Threema Google Maps aus der App wirft

Threema hat Version 4.0 für Android veröffentlicht. Die Schweizer App erfuhr ein Redesign, und, interessanter, die Entwickler aus dem schwyzerischen Pfäffikon haben gleichzeitig Google Maps hinausgeworfen.
 
Damit sei der Schutz der Privatsphäre "noch konsequenter", denn "die Abhängigkeit von externen Apps und Diensten wurde weiter vermindert", heisst es vieldeutig.
 
Könnte dies umgekehrt heissen, dass der Schutz der Privatsphäre bei Threema (laut Eigenwerbung der Messenger mit "garantierter Privatsphäre") noch nicht maximal ist, oder dass dieser Schutz vorübergehend suboptimal war?
 
Auf Anfrage erklärt eine Threema-Sprecherin: "Unser Leitsatz ist 'Wo keine Daten sind, können auch keine missbraucht werden'. Vor diesem Hintergrund ist es grundsätzlich erstrebenswert, so wenige Daten wie möglich an Drittanbieter-Dienste weiterzuleiten. Ausserdem hat uns eine Änderung an den Nutzungsbedingungen der Google-Kartendienste dazu bewogen, eine eigene Lösung zu implementieren."
 
Konkret, so präzisiert Threema, habe Google die Unterstützung des sogenannten "Places Picker" eingestellt. In der Tat hat Google im Developer-Blog das Ende auf heute 29.7. ankündigt.
 
Threema habe neu eine eigene Infrastruktur für Karten und OVIs (Orte von Interesse) implementiert, welche auf Daten von OpenStreetMap aufbaue. "So gelangen keine Standort-Daten mehr an einen fremden Karten-Anbieter", schreibt der Entwickler.
 
Wie sieht es eigentlich mit der Apple-Version aus? "Da unter iOS andere Design-Paradigmen gelten, wird es dort keine entsprechende Anpassung geben. Threema für iOS verwendet bereits seit Version 3.0.9 nicht mehr Google Maps".
 
Stehen weitere externe Apps respektive Services auf der Abschussliste? "Grundsätzlich kann eine App immer nur so sicher sein wie die Plattform, auf der sie läuft. Wir versuchen deshalb permanent, Dienste, welche von der Plattform erbracht werden, durch eigene Implementierungen zu ersetzen. So kann Threema auf Android inzwischen ganz ohne die Google Play-Dienste funktionieren. Wir werden die Situation regelmässig überprüfen und falls neue Bedrohungen für die Privatsphäre dazu kommen sollten, entsprechende Massnahmen ergreifen", antwortet die Threema-Vertreterin. (mag)