Viele Konsumenten wollen keine biometrische Authentifizierung

Im Spielfilm "Lost in Translation" von Sofia Coppola streifen die beiden Protagonisten – des Japanischen nicht mächtig – nachts ziellos und verloren durch den Moloch Tokio. Offenbar geht es Konsumenten bei Online-Payments ähnlich. So zumindest sehen es die Payment-Spezialisten von Paysafe. Sie haben ihre neuste Studie zur Authentisierung des Online-Bezahlens in der Reihe "Lost in Transaction" herausgebracht.
 
Während Scarlett Johansson und Bill Murray im Film mit fremder Sprache und fremder Grossstadt zu kämpfen haben, irren die kaufwilligen Kunden online anscheinend durch ein Labyrinth von Biometrie, Passwörtern, Sicherheit und Komfort. Oder konkreter gefasst: Zwar glauben 61 Prozent aller befragten Konsumenten daran, dass Biometrie beim Online-Kauf ein schnellerer und effizienterer Weg der Authentisierung ist als das Passwort. Dennoch fühlen sich die allermeisten – nämlich über 80 Prozent – mit dem Passwort nach wie vor am wohlsten, wie aus der Studie hervorgeht.
 
Grund dafür sind Bedenken bezüglich Sicherheit. Nur 37 Prozent der Verbraucher glauben, dass Biometrie sicherer sei als andere Methoden der Verifikation, so Paysafe. Ganze 45 Prozent wollen nicht, dass ihre persönlichen biometrischen Daten in den Besitz von Firmen gelangen, und je ein Drittel kennt sich zu wenig mit Biometrie aus oder hat Angst, dass der eigene Fingerabdruck geklont werden könnte.
 
Zwei Drittel gaben schliesslich an, dass sie überhaupt besorgt wären, wenn sie ohne Eingabe eines Passworts einkaufen könnten. Dennoch hat knapp die Hälfte der Befragten schon mal eine Online-Bezahlung über biometrische Verfahren authentisiert. Getrieben werde diese Entwicklung hin zu mehr Offenheit durch "Mobile Commerce", vermuten die Autoren der Studie im Auftrag von Paysafe.
 
Etwas schlechter noch ist das Vertrauen in Voice-Verifikation: Ein wenig über die Hälfte der Verbraucher halten den Einsatz ihrer Stimme für schneller und bequemer als herkömmliche Methoden, um sich zu authentisieren. Aber nur gerade 37 Prozent fühlen sich wohl dabei, ihre finanziellen Daten bei einer Zahlung über ein Smart-Home-Gerät wie Google Home oder Amazon Alexa zu schicken. Ein Drittel der Befragten schliesslich schliesst Zahlungen über sprachgesteuerte Technologien kategorisch aus.
 
Die 18- bis 24-Jährigen bringen etwas Hoffnung für die Anbieter von sprachgesteuerten Technologien: So soll bereits über die Hälfte von ihnen Netflix-Abos damit gekauft haben und 43 Prozent würden Lebensmittel über ihren schlauen Kühlschrank ordern.
 
Für die Schweiz finden sich in der Studie keine Zahlen. Aber der Zahlungsdienstleister Paysafe hat für Deutschland und Österreich festgestellt, dass die Verbraucher bezüglich Zahlungen via Voice-Technologie noch etwas konservativer sind als anderswo.
 
Für die Studie wurden 6000 Konsumenten aus Grossbritannien, Kanada, den USA, Deutschland, Österreich und Bulgarien befragt. (ts)