Libra kriegt dicke Post von Datenschützern aus aller Welt

Am Anfang stand der Schweizer Edöb, nun verlangt eine breite Front von Datenschützern von Facebook und der Libra Association wesentlich genauere Informationen bezüglich Datenschutz und Privatsphäre zur "Libra Blockchain", der dazugehörigen Währung und dem Wallet.
 
In einem gemeinsamen Schreiben halten die Datenschützer der EU, USA, Kanada plus weiteren Staaten wie Albanien, UK oder Burkina Faso fest: "Wir schliessen uns zusammen, um unsere gemeinsame Besorgnis über die Risiken für den Datenschutz zum Ausdruck zu bringen, die von der digitalen Währung und Infrastruktur von Libra ausgehen".
 
Grund zur Besorgnis sei Facebooks Vergangenheit und die bisherige Kommunikation über Libra und die Facebook-Tochter Calibra, die unter anderem ein Wallet auf den Markt bringen will. "Bislang haben Facebook und Calibra zwar allgemeine öffentliche Erklärungen zum Datenschutz abgegeben, aber sie haben es versäumt, sich speziell mit den Praktiken im Umgang mit Informationen zu befassen, die zum Schutz und zur Sicherung personenbezogener Daten eingesetzt werden, und angesichts der aktuellen Pläne für eine schnelle Implementierung von Libra und Calibra sind wir überrascht und besorgt, dass diese Details noch klar sind", so die Datenschützer.
 
Konkreter Fragenkatalog formuliert
Sie fordern detaillierte Angaben zu diversen Punkten, zum Beispiel:
  • wie werden personenbezogene Daten verwendet (einschliesslich der Verwendung von Profilen und Algorithmen und der Weitergabe personenbezogener Daten zwischen Mitgliedern des Libra-Netzwerks und Dritten)?
  • Wie sind für User die Privacy-Settings zu konfigurieren und ändern?
  • Wie implementiert Libra "Privacy by Design" in der Infrastruktur-Entwicklung?
  • Wie stellt Libra sicher, dass alle Datenlieferanten identifizierbar und compliant sind mit Datenschutzregulierungen?
  • Wie funktionieren Identifikation und De-Identifikation über Zeit, Partner und vertragliche Regelungen hinweg?
Eine konkrete Antwortfrist geben die vereinten Datenschützer nicht vor. Aber da das Projekt 2020 gelauncht werden soll, dürften die Behörden nicht lange warten wollen, bevor sie einschreiten. Der Schweizer Datenschützer, welcher für die Libra Association mit Hauptsitz Genf zuständig wäre, hat bis anhin nicht verlauten lassen, er habe überhaupt eine Antwort auf seine Anfrage erhalten.
 
Die Datenschützer sind nur eine Hürde für Libra, diverse Zentralbanken bilden eine weitere, Politiker eine zusätzliche. (mag)