Xing profitiert vom Fachkräftemangel

Xing wächst dank starker Geschäfte mit Firmenkunden weiter rasant. Im ersten Halbjahr 2019 stieg der Umsatz im Vorjahresvergleich um knapp 18 Prozent auf 128,2 Millionen Euro, wie die deutsche Firma New Work, Betreiberin des Netzwerks und Tochter des Medienkonzerns Burda, mitteilt. Treiber war vor allem das B2B-Segment "E-Recruting", in dem das Unternehmen um 31 Prozent wuchs und 65,3 Millionen Euro umsetzte.
 
Auch in der Schweiz habe Xing ein zweistelliges Wachstum verzeichnet, heisst es. Inzwischen zählt das berufliche Netzwerk hierzulande über 1,1 Millionen Mitglieder. Im Februar 2018 hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass man die Grenze von einer Million Usern geknackt und die Präsenz am Standort Zürich auf 20 Personen verdoppelt habe.
 
Der Gewinn von New Work ging ebenfalls nach oben. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte im ersten Halbjahr gruppenweit um etwas mehr als 19 Prozent auf 39,7 Millionen Euro zu.
 
"Honeypot" lockt Kunden an
Xing will im laufenden Jahr beim Umsatz und operativen Ergebnis zweistellig zulegen – Wachstumstreiber soll dabei weiter die Unternehmenskundensparte sein. Hier profitiert das Karrierenetzwerk unter anderem vom Fachkräftemangel, wegen dem viele Unternehmen Unterstützung bei Portalen wie Xing suchen. Diesen Bereich hatte der Konzern zudem zuletzt mit Übernahmen ausgebaut.
 
So hatte New Work Anfang April mit Honeypot, ein Stellenportal für IT-Fachkräfte, für zunächst 22 Millionen Euro übernommen. Beim Erreichen bestimmter Ziele könnten zusätzlich bis zu 35 Millionen Euro anfallen. Anders als üblich bewerben sich bei dieser Plattform Firmen bei potenziellen Mitarbeitern.
 
Obwohl die Zahlen im Grossen und Ganzen wie erwartet ausfielen und die Prognose bestätigt wurde, rutschte die im SDax notierte Aktie in den ersten Handelsminuten stark ins Minus. (Keystone-sda/ts)