BIT will 28 Millionen in Agile und kulturelle Transformation investieren

Das Bundesamt für Informatik (BIT) sucht in drei Losen Unterstützung für "Kulturelle Transformation und agile Arbeitsweisen und Methoden", wie es auf Simap heisst. Das Maximalbudget für die drei Lose beträgt insgesamt 28 Millionen Franken, abzurufen im Zeitraum 2020 bis 2026 mit einem Rahmenvertrag.
 
Das BIT und speziell die Zollverwaltung EZV und deren Riesenprojekt einer digitalen Transformation namens "DaziT" haben Unterstützungsbedarf. So antworten das BIT und die EZV gemeinsam auf Fragen von inside-it.ch zu den Hintergründen.
 
Das erste Los hat ein maximales Volumen von einer Million Franken für eine "Gesamtkonzeption Transformation".
 
Was verbirgt sich dahinter? Die Transformation von wem? Warum ist jetzt eine Gesamtkonzeption nötig?
"Die umfassende Transformation der EZV – auch in kultureller Hinsicht – wurde schon in der Botschaft DaziT (2017) angekündigt (Botschaft zur Finanzierung der Modernisierung und Digitalisierung der Eidgenössischen Zollverwaltung). Nun geht es darum, im Zuge der Weiterentwicklung der EZV die vielfältigen bisherigen Massnahmen zur Förderung der Transformation weiter zu bündeln und die Umsetzungsmassnahmen auf der Grundlage eines Gesamtkonzeptes optimal zu priorisieren, auszugestalten und ihre Wirkung zu evaluieren. Der Bedarf an externer Unterstützung leitet sich aus dem Umfang, der Komplexität und der Dauer der Transformation sowie auch aus der Grösse, Vielfältigkeit und Dezentralisierung der EZV ab," so die Zollverwaltung.
 
Aber auch das BIT will Leistungen abrufen können. "Das BIT seinerseits ist bereits dabei, eine Transformation hin zu DevOps umzusetzen, was neben den organisatorischen auch viele kulturelle Aspekte beinhaltet. Um diese Transformation in geeigneter Form umzusetzen und so für die herannahenden Herausforderungen bereit zu sein, wird auch das BIT fallweise externe Unterstützungsleistungen beziehen."
 
Daher haben die beiden Ämter entschieden "mit dieser gemeinsamen Ausschreibung die beschaffungsrechtliche Grundlage für diese Anliegen zu schaffen".
 
Das zweite Los "Umsetzung kulturelle Transformation" ist der grosse Brocken. Beim Zuschlag könnte theoretisch ein Auftragsvolumen von 20 Millionen Franken resultieren.
 
Das dritte Los ist mit "Begleitung in agilen Arbeitsweisen und Methoden" übertitelt. Das maximale optionale Beschaffungsvolumen beträgt 7 Millionen Franken.
 
Darum die Frage: Welche Methoden wenden Sie denn heute schon an und/oder wollen Sie einführen? Was hat sich verändert seit 2017, als Fiscal-IT als erstes Projekt nach dem SAFe-Framework entwickelt wurde?
"Das BIT arbeitet im Projektgeschäft insbesondere nach SAFe/SCRUM. Jedoch werden innerhalb des BIT weitere agile Methodiken, wie z.B. Design-Thinking-Ansätze, genutzt. Seit dem von Ihnen zitierten Artikel sowie dem Gastbeitrag 'In the Code: Transformation hin zu DevOps beim BIT' nimmt die Zahl der Projekte, die agil geführt werden, stetig zu (so z.B. auch DaziT-Projekte). Zudem ist das BIT dabei, den DevOps-Ansatz noch intensiver weiter zu verfolgen, da wir davon überzeugt sind, dass dies notwendig ist, um die Leistungen für unsere Kunden innerhalb der Bundesverwaltung auch in Zukunft fristgerecht und wirtschaftlich erbringen zu können. Dies bringt es mit sich, dass das Agile-Knowhow noch breiter gestreut werden soll und wir uns auch externes Wissen und Unterstützung bei der Implementation in unseren Alltag holen wollen", antworten die Verantwortlichen.
 
Die Simap-Ausschreibung läuft. Es ist ein offenes Verfahren, der Beginn des Rahmenvertrages ist auf den ersten Januar 2020 festgesetzt. "Die Ausschreibung erfolgt ohne Mindestabnahmemenge", heisst es juristisch korrekt dazu. (mag)