Führungskräfte von Digitalswitzerland lancieren Ethikzentrum

Genf soll ein Ethikzentrum für die digitale Gesellschaft erhalten, dies kündigt die 'NZZ' unter Berufung auf gut informierte Kreise an. Als Rechtsform solle eine Stiftung entstehen, um "im optimistischen Geist des technischen Fortschritts ethische Standards zu formulieren, um die heiklen Aspekte der rasanten Entwicklung zu meistern", wie die Zeitung schreibt.
 
Die Initianten, ihre Namen werden nicht genannt, hätten Genf als Standort gewählt der humanitären Tradition wegen. Die Stiftung ist allerdings nicht vergleichbar mit neutralen NPOs wie dem IKRK oder dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR, die Genf ansässig sind.
 
Gesucht und gefunden werden sollen nämlich regierungsunabhängig "Lösungen im marktwirtschaftlich-freiheitlichen Sinn, die eine internationale Strahlkraft entwickeln". Mit diesem wirtschaftsnahen Auftrag sollen denn auch primär leitende Köpfe der Standortinitiative Digitalswitzerland der Schweiz zu einer "florierenden digitalen Gesellschaft" verhelfen: Ivo Furrer, Verwaltungsrat von Helvetia und Julius Bär sowie Präsident von Digitalswitzerland, deren Initiant und Ringier-CEO Marc Walder, Joel Mesot (Präsident der ETH Zürich und Steering-Comittee-Mitglied) sowie Yves Flückiger (Präsident der Universität Genf).
 
Den Vorsitz des Topkader-Gremiums übernehmen werde Alt-Bundesrätin Doris Leuthard (Verwaltungsrätin Coop und Bell Food Group). Sie hat sich bereits in Bundesbern von einem "digitalen Beirat" in Sachen Digitalisierung beraten lassen, der mit Digitalswitzerland-Mitgliedern bestückt war (und gerade "evaluiert" wird).
 
Zwei Digitalisierungs-Konferenzen am selben Tag
Gleichzeitig mit der Lancierung des Ethikzentrums in Genf findet übrigens die zweite "Nationale Konferenz Digitale Schweiz" statt. Zu dieser lädt aber die Eidgenossenschaft nach Basel.
 
Statt am Rhein die Zukunft der Digitalisierung der Schweiz zu diskutieren, treffen sich die Chefetagen von Adecco, Credit Suisse, Migros, Roche, SBB, Swisscom, SwissRe, UBS und Zurich mit hochrangigen Vertretern von Google, Huawei, IBM, Microsoft, Uber und Siemens lieber an der Rhone an einer eigenen Konferenz. Diese heisst "Swiss Global Digital Summit" und ist Geburtsort des Ethikgremiums.
 
Beide Anlässe sind übrigens am Vortag des dritten, nationalen Digitaltags von Digitalswitzerland, an welchem vor allem Grossunternehmen und Organisationen der Bevölkerung "Lifelong Learning" näher bringen wollen. (mag)