Swisscoms Enterprise- und Schweiz-Business harzen weiter

Swisscom hat im ersten Halbjahr weniger Umsatz und etwas weniger Reingewinn gemacht. Dagegen legte der Betriebsgewinn (EBITDA) zu. Gewachsen ist der Telco vor allem in Italien, während der Heimmarkt Schweiz weiter schrumpfte.
 
Insgesamt erzielte Swisscom im ersten Halbjahr einen Umsatz von 5,66 Milliarden Franken. Das sind 2,4 Prozent weniger als vor einem Jahr, wie der Schweizer Branchenprimus mitteilt.
 
Der operative Gewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) stieg indes um 4,5 Prozent auf 2,24 Milliarden Franken, was hauptsächlich einer Änderung der Buchführung für operatives Leasing (IFRS 16) zu verdanken ist. Auf vergleichbarer Basis wäre der EBITDA in den ersten sechs Monaten um ein halbes Prozent gestiegen.
 
Unter dem Strich erzielte die Swisscom einen Reingewinn von 780 Millionen Franken. Das ist ein Rückgang um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahressemester.
 
"Angesichts des schwierigen Marktumfelds können wir für das erste Halbjahr ein ansprechendes Ergebnis ausweisen", wird Konzernchef Urs Schaeppi in einem Communiqué zitiert. Die Märkte seien in vielen Bereichen gesättigt und alle Anbieter versuchten, mit Promotionen Kunden und Marktanteile zu gewinnen. "Unsere Antwort darauf sind neue Angebote und der Ausbau unserer Netze", so Schaeppi.
 
Die Swisscom profitiert von der Unternehmenssteuerreform, welche das Volk Ende Mai mit einem Ja-Stimmenanteil von 66,4 Prozent angenommen hat. Im ersten Halbjahr weist der Telekomkonzern einen Ertragssteueraufwand von 158 Millionen Franken aus. Das sind 23,3 Prozent oder 48 Millionen Franken weniger als vor einem Jahr, der Löwenanteil des Rückgangs stammte dabei von der Reform.
 
Das Enterprise-Geschäft schrumpft stärker als der Gesamtumsatz
Beim Umsatz hat sich das Muster der Vergangenheit fortgesetzt: Swisscom erodiert in der Schweiz und wächst in Italien. Hierzulande sank der Umsatz um 3,2 Prozent auf 4,26 Milliarden Franken, was der Konzern mit dem anhaltenden Preisdruck in verschiedenen Segmenten und dem Rückgang der Festnetztelefonie erklärt.
 
Auch im Enterprise-Geschäft läuft es Swisscom nicht gut: So musste der Telco hier einen Umsatzrückgang von 3,9 Prozent verbuchen und setzte noch rund 1,16 Milliarden Franken um. Dies, nachdem das Business bereits 2018 deutlich geschrumpft war.
 
Dagegen ging es bei der italienischen Breitbandtochter Fastweb, die auch im Mobilfunk tätig ist, erneut aufwärts. Der Umsatz kletterte um 3,8 Prozent auf 1,18 Milliarden Franken.
 
Die Steigerung beim operativen Gewinn hat Swisscom Fastweb und Sparmassnahmen zu verdanken. Im Schweizer Kerngeschäft sank der EBITDA um 1,6 Prozent. "Der Rückgang als Folge des tieferen Umsatzes konnte dank den laufenden Massnahmen zur Kostensenkung grösstenteils aufgefangen werden", schreibt die Swisscom.
 
Seit Anfang Jahr hat der Konzern in der Schweiz 212 Vollzeitstellen abgebaut. Im Vergleich zum Ende des ersten Semesters 2018 beschäftigt Swisscom Switzerland mit 14'236 Vollzeit-Stellen 326 Personen weniger und auch bei Fastweb hat man Stellen reduziert.
 
Fastweb verdiente operativ deutlich mehr. In Euro kletterte der EBITDA um 6,6 Prozent auf 339 Millionen Euro. Insbesondere im Mobilfunk konnte die italienische Tochter viele neue Kunden (+27 Prozent) anlocken.
 
Für das Gesamtjahr 2019 bestätigt das Swisscom-Management seinen bisherigen Ausblick. So wird ein Umsatz von rund 11,4 Milliarden Franken angestrebt nach 11,7 Milliarden im Vorjahr. Beim EBITDA rechnet die Swisscom weiter mit über 4,3 Milliarden Franken. (Keystone-sda/ts)