Intel lanciert seine ersten reinen KI-Chips

Intel hat am "Hot Chips"-Symposium Details zu seinen ersten dedizierten Co-Prozessoren für KI-Applikationen bekannt gegeben. Der Chipriese wird seine "Neural Network Processors" (NNP) unter dem Markennamen "Nervana" in zwei Hauptvarianten auf den Markt bringen: Nervana NNP-T für die Trainingsphase von Deep-Learning-Modellen sowie Nervana NNP-I für die "Inference"- beziehungsweise Anwendungsphase.
 
Die NNP-T-Chips seien von Grund auf neu gebaut und dafür konzipiert worden, damit das Training von KI so schnell wie möglich aber auch gleichzeitig unter so wenig Energieaufwand wie möglich erfolgen könne, so Intel. Dies werde unter anderem möglich, weil keine Zusatzenergie für den Betrieb eigentlich unnötiger herkömmlicher CPU-Technologie verbraucht werde. Trotzdem, so Intel, seien die NNP-T-Chips darauf ausgelegt worden, flexibel und genügend programmierbar zu sein, um sich auch zukünftigen Anforderungen anpassen zu können.
 
Ebenso programmierbar, flexibel und energieeffizient seien auch die NNP-I-Modelle für die Betriebsphase von KIs. Diese kommen allerdings etwas traditioneller daher. Sie basieren nicht auf einer grundlegend neuen Architektur, sondern auf den neuen 10-Nanometer-"Ice-Lake"-Kernen, die in Zukunft in Mainstream-CPUs von Intel eingesetzt werden. Der Chipriese hat erst vor wenigen Tagen die ersten Ice-Lake-CPUs für Laptops vorgestellt.
 
Bisher hatte Intel seine "normalen" Xeon-Server-CPUs mit einigen KI-spezifischen Instruktionen und Funktionen aufgerüstet, um sie besser geeignet für die Verarbeitung solcher Applikationen zu machen. Mit den neuen, für KI-dedizierten Chips, insbesondere den NNP-T-Modellen, schickt sich Intel aber nun verstärkt an, in den bisher von Nvidias abgewandelten Grafikkarten dominierten Markt der KI-Beschleuniger vorzudringen. (hjm)