Nato: Bei Cyberattacken gilt "Alle für einen"

Wenn gegen eines der Mitgliederländer der Nato ein ernsthafter Cyberangriff ausgeführt würde, dann würden sich alle 29 Natoländer gemeinsam angegriffen fühlen und Abwehrmassnamen einleiten. Dies sagte der Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in einem eigenen Artikel im Magazin 'Prospect'.
 
Die Grundlage dafür sei der Artikel 5 der Gründungssatzungen der Nato, der die Verpflichtung zur gegenseitigen Verteidigung im Falle eines militärischen Angriffs festlegt.
 
Allerdings warnen Kritiker bereits, dass die Nato dasselbe Problem haben wird, wie einzelne Länder: Im Gegensatz zu einem klassischen militärischen Angriff ist es bei einem Cyberangriff oft unklar, von wem ein Angriff tatsächlich ausgeht. Ausserdem kann ein Angreifer auch versuchen, die Schuld einem anderen Land in die Schuhe zu schieben. Auch die Nato wird also in einem Angriffsfall äusserst sorgfältig abwägen müssen, bevor sie neben rein defensiven Massnahmen auch aktive Vergeltungsmassnahmen einleitet. (hjm)