Künftig soll man dem Abhören von Siri-Aufnahmen explizit zustimmen

Apple wird als erster Anbieter von Sprachassistenten die Nutzer ab Herbst ausdrücklich um eine Erlaubnis zum nachträglichen Anhören von Mitschnitten durch Mitarbeiter fragen. Der iPhone-Konzern hatte diesen Schritt bereits Anfang des Monats in Aussicht gestellt, nachdem das Bekanntwerden der Mithör-Praxis massive Kritik ausgelöst hatte.
 
Auch will Apple laut Privacy-Bestimmungen künftig für das Mithören nicht mehr auf Contractor, sondern auf Apple-Angestellte setzen. Die Aufzeichnungen von Unterhaltungen sollen zudem nicht mehr langfristig gespeichert werden.
 
Laut den Angaben in einem Sicherheitspapier für Entwickler konnten Mitschnitte bisher bis zu zwei Jahre lang für die Verbesserung des Dienstes verwendet werden, dabei wurde nach sechs Monaten eine Kopie ohne persönliche Informationen abgespeichert.
 
Nach Medienberichten über die Mithör-Praxis bei Amazons Alexa, dem Google Assistant, Siri, Skype, Cortana und dem Facebook-Messenger reagierten die Konzerne. So setzten Google und Apple die Auswertung durch Menschen vor einigen Wochen aus, Amazon gab Nutzern die Möglichkeit, die Nutzung von Mitschnitten zur Verbesserung des Dienstes abzulehnen. Auch Facebook stoppte die Praxis, Microsoft erklärte sich öffentlich.
 
Apple geriet durch die Enthüllungen besonders unter Druck, weil der Konzern sich seit Jahren als Hüter der Privatsphäre seiner Kunden gegen Konkurrenten wie Google oder Facebook profilieren will. Der Konzern verwies aber ursprünglich nur in einem Sicherheitsdokument darauf, dass auch "eine geringe Anzahl von Transkriptionen" für die Verbesserung des Dienstes eingesetzt werden könne. (Keystone-sda/ts)