Die Schweiz braucht mehr Fachkräfte für Digitalisierung

Mitchell Baker, Vorstandsvorsitzende der Mozilla Foundation, informierte sich über das Internetarchitektur-Projekt Scion.
"Drittstaatenkontingente schränken uns bei der Digitalisierung ein", sagte Bundespräsident Ueli Maurer an der nationalen Konferenz Digitale Schweiz.
 
Der Staat muss für mehr Ressourcen bei der Digitalisierung einstehen: Bundespräsident Ueli Maurer und Bundesrätin Simonetta Sommaruga haben an der nationalen Konferenz Digitale Schweiz den Handlungsbedarf des Bundes bei der fortschreitenden Digitalisierung skizziert.
 
Die Schweiz sei in der dynamischen Entwicklung der Digitalisierung grundsätzlich gut aufgestellt, sagte Maurer in seiner Eröffnungsrede an der nationalen Konferenz Digitale Schweiz 2019 am Montag im Congress Center Basel. Es brauche aber weitere Anstrengungen und Ressourcen, wolle das Land auf diesem Gebiet eine weltweit führende Rolle einnehmen.
 
Eventuell brauche es eine Lex Informatik, um die besten Leute in die Schweiz zu holen, so Maurer. "Die Drittstaatenkontingente schränken uns bei der Digitalisierung ein." Die Schweiz brauche die weltbesten Spezialisten, sagte er, weshalb unbürokratische Regelungen nötig seien.
 
Handlungsbedarf sieht Maurer auch in der Cybersicherheit. "Die Schweiz muss eines der weltweit sichersten Länder sein", sagte er. Gleichzeitig müsse der Staat auch bereit sein, Risiken einzugehen. Als weitere grosse Herausforderung nannte Maurer die künstliche Intelligenz, eines der Hauptthemen an der Konferenz. Wenn die Schweiz hier ebenfalls eine führende Rolle übernehmen könne, dann liesse sich die Angst vor Jobverlusten minimieren.
 
Der Bundespräsident zeigte sich grundsätzlich optimistisch, was die digitale Zukunft des Landes angeht, sprach aber auch Defizite an. Während die Teilgebiete Forschung und Entwicklung sehr gut dastünden, befinde man sich bei der Anwendung noch im Mittelfeld. Insbesondere in der Verwaltung entwickle sich die Digitalisierung erst schleppend.
 
Bundesrätin Simonetta Sommaruga sprach als Medienministerin über die Herausforderungen der Digitalisierung für die Medien und als Folge davon für die direkte Demokratie. Wenn je länger je mehr Algorithmen bestimmten, was man zu lesen bekomme und was nicht, gerate auch die direkte Demokratie in der Schweiz in Mitleidenschaft, sagte sie.
 
Neben den Auftritten des Bundespräsidenten und der Bundesrätin sprachen und diskutierten unter anderem der Philosophieprofessor Luciano Floridi aus Oxford, Staatsekretärin Martina Hirayama und Martin Vetterli, Präsident der ETH Lausanne, über die Macht der Maschinen und die Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz.
 
Auch Mitchell Baker, Präsidentin der Mozilla Foundation, war für eine Panel-Diskussion anwesend. Sie liess sich über das Internetarchitektur-Projekt Scion informieren. Mit Scion wird unter Leitung von Forschenden der ETH Zürich an einer möglichen, neuen Generation der Internetarchitektur respektive einem neuen Kommunikations-Protokoll gearbeitet. (Keystone-sda/kjo)