IT-Forschende in der Schweiz erhalten EU-Millionen

Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat 621 Millionen Euro an 408 junge Forscher und Forscherinnen in ganz Europa in Form von Forschungsgeldern via die prestigeträchtigen Starting Grants vergeben. Die Grants sind Teil von "Horizon 2020", dem Rahmenprogramm für Forschung und Innovation der Europäischen Union. Die Schweiz ist seit dem 1. Januar 2017 wieder vollständig an Horizon 2020 assoziiert.
 
31 Forscher von Schweizer Hochschulen haben sich für einen Starting Grant qualifiziert, wobei die ETH Zürich überdurchschnittlich vertreten ist. Drei Frauen und zwölf Männer erhalten für ihre Forschungsprojekte je einen durchschnittlichen Beitrag von 1,5 Millionen Euro, teilt die Hochschule mit. Die geförderten Projekte decken verschiedene Wissensgebiete ab, von Astronomie über Mathematik hin zu Robotik und Klimamodellierung.
 
Zu den Preisträgern gehört beispielsweise Marco Hutter, Professor am Institut für Robotik und Intelligente Systeme an der ETH. In seinem ERC-Projekt plane er, mithilfe neuer Methoden des maschinellen Lernens die Mobilität vierbeiniger Laufroboter zu verbessern und sie fit zu machen für die autonome Fortbewegung in schwierigem Terrain. ETH-Forscher Mohsen Ghaffari wolle mit dem EU-Geld einige sehr zentrale Probleme von verteilten Graphen-Algorithmen angehen, wie die ETH schreibt. Auch ein Informatik-Professor der Universität Bern, David Bommes, hat einen Grant erhalten. Er wolle mit den Fördergeldern einen Durchbruch auf dem Gebiet der digitalen 3D-Modelle erreichen, teilt die Hochschule mit. Gabriele Bavota von der Universität Lugano arbeitet an der Entwicklung eines Assistenten für die Software-Entwicklung.
 
Neben den Starting Grants vergibt der Europäische Forschungsrat jährlich auch Advanced Grants für etablierte Forscherinnen und Forscher sowie Consolidator Grants für arriviertere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum weiteren Aufbau einer eigenen Gruppe. "Um die schwierigsten Herausforderungen unserer Zeit zu meistern, brauchen die Forscher und Forscherinnen die Freiheit und die Bedingungen, ihrer Neugierde zu folgen. Das bietet die EU mit den Zuschüssen des Europäischen Forschungsrates: eine Gelegenheit für herausragende Wissenschaftlerinnen, ihre kühnsten Ideen zu verwirklichen", so Carlos Moedas, EU-Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation. (kjo)