US-Finanzministerium: "Libra muss strenge US-Standards erfüllen"

Die US-Regierung stellt an Kryptowährungen die höchsten Standards im Hinblick auf die Bekämpfung von Geldwäsche und Terror-Finanzierung. Jede Digitalwährung einschliesslich des Projekts Libra, die in allen oder wesentlichen Teilen der Vereinigten Staaten operiere, müsse zweifelsohne den US-Regulierungsstandards entsprechen, sagte die im US-Finanzministerium zuständige Sigal Mandelker in Bern. "Ob Bitcoin, Ethereum, Libra, unsere Botschaft ist an alle diese Unternehmen dieselbe: Anti-Geldwäsche und die Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung müssen von Anfang an in das Design integriert werden", sagte die Unterstaatssekretärin laut 'Reuters'.
 
Notenbanken, Aufseher und Politiker haben starke Vorbehalte gegen Cyberdevisen wie Libra. Im Juli forderte die Gruppe der sieben führenden Industriestaaten (G7), dass Digitalwährungen den höchsten Aufsichtsstandards genügen müssen und die Stabilität des Finanzsystems nicht gefährden dürfen.
 
Mandelker sagte zudem, dass sie sich mit der Finma treffe, um über die Anwendung und Durchsetzung von Anti-Geldwäscherei-Regulierungen sowie Strafen zu sprechen. Anlass dazu bot auch ein Austausch in Bern mit Schweizer Behördenvertretern zu dem Thema.
 
Die Libra Association, initiiert von Facebook, hat ihren Sitz in Genf und ist noch in einem frühen Stadium. Wegen der potenziellen Zahl der Nutzer – bei Facebook sind etwa 2,4 Milliarden Menschen registriert – könnte Libra im internationalen Geldsystem langfristig eine wichtige Rolle spielen. (Keystone-sda/mag)