Ransomware-Opfer Meier Tobler erhält Industry 4.0 Award

Gestern wurde zum vierten Mal der "Swiss Industry 4.0 Award" vergeben. Dieser ist für Firmen vorgesehen, die in Sachen Digitalisierung einen "bemerkenswerten Beitrag zum Fortschritt der Wirtschaft in der Schweiz geleistet" haben, wie die Veranstalter schreiben. Diesjähriger Gewinner ist die Firma Meier Tobler. Der Haustechnik-Spezialist habe mit einem IoT-Projekt zur Fernüberwachung und -Steuerung von Wärmepumpen spürbare Verbesserungen ermöglicht, begründet die Jury ihren Entscheid.
 
Die Lösung "Smart-Guard" verarbeitet in der Swisscom-Cloud Daten von Wärmepumpen. Diese würden über eine sichere Leitung dezentral aus Privathaushalten und Unternehmen in die Cloud übermittelt und erlaubten Meier Tobler Störungen frühzeitig zu erkennen und teilweise aus der Ferne zu beheben, so die Jury. Die seit 2017 angeschlossenen 1400 Anlagen würden heute 80 Einsatzfahrten pro Monat unnötig machen und die Garantiekosten um 15 Prozent senken.
 
Im Hause beschäftigt Meier Tobler bereits vier Mitarbeiter für den Bereich Smart-Guard. Der nächste Schritt sei nun anhand der aggregierten Daten ein Modell für Predictive Maintenance zu entwickeln. Ausserdem prüfe man den Einsatz von AR, um Techniker vor Ort zu unterstützen.
 
Meier Tobler kennen Leser von inside-it.ch bislang aus anderen Gründen: Ende Juni war das Unternehmen Opfer einer Ransomware-Attacke geworden und musste Umsatzeinbussen von rund fünf Millionen Franken einräumen. Die nun prämierte Lösung Smart-Guard sei zu keinem Zeitpunkt vom Angriff betroffen gewesen, erklärt Meier-Tober-Sprecher Martin Schäppi auf Nachfrage.
 
Verliehen wurde der Award im Rahmen der Swiss Industry 4.0 Conference, welche nach eigenen Angaben die schweizweit bedeutendste Praxisveranstaltung zum Thema Digitalisierung ist. Partner sind unter anderem Siemens, Swisscom, Tech Data und die Universität St. Gallen. (ts)