Hacker terrorisieren "Smart Home"-Besitzer

Im November 2018 hatte das Ehepaar Westmoreland in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin in seinem Haus ein Google-Nest-System für 700 Dollar installiert. Nest sollte die Kontrolle von Raumtemperatur, Überwachungskameras, Türglocke und anderen Sensoren übernehmen. Das Ehepaar war zufrieden – bis jetzt.
 
Als Samantha und Lamont Westmoreland neulich nach Hause kamen, war die Temperatur höher als gewohnt. Sie setzten den Thermostat zurück, doch dieser schnellte wieder auf über 30 Grad hoch. Dann meldete sich eine "männliche Stimme" über eine Kamera in der Küche, so Samantha Westmoreland zu 'Fox 6 News'. Danach sei über das Kamerasystem "vulgäre Musik" abgespielt worden, wobei sie nicht genauer ausführte, was "vulgär" bedeutet.
 
"Es jagt mir Schauer über den Rücken, wenn ich nur daran zurückdenke", sagt Samantha Westmoreland. Die Westmorelands zogen den Stromstecker des Nest-Systems, änderten die Passwörter, doch nichts half. Schliesslich kontaktierten sie ihren Internet-Provider und änderten ihre Netzwerk-ID. Sie vermuten, dass jemand in ihr Wi-Fi und dann in ihr Nest gehackt habe.
 
Es ist nicht der erste derartige Vorfall mit Nest in den USA. Im Januar übernahm ein Hacker die Hauskameras eines Paares in Illinois und begann, mit deren Kleinkind zu sprechen. In Kalifornien soll ein Hacker über Nest eine Familie vor bevorstehenden Militärangriffen Nordkoreas gewarnt haben.
 
Ein Google-Sprecher erklärte gegenüber 'Fox 6 News': "Nest wurde nicht gehackt. Diese Berichte basieren auf Kunden, die kompromittierte Passwörter verwenden, die durch Verstösse auf anderen Websites offengelegt wurden. In fast allen Fällen eliminiert die Zwei-Faktor-Authentifizierung diese Art von Sicherheitsrisiko." (paz)