Suva streicht 170 Stellen wegen Digitalisierung

Der Suva steht ein umfangreicher Stellenabbau bevor: Ab 2021 bis 2027 streicht der Unfallversicherer voraussichtlich 20 Prozent der über 800 Stellen der Abteilung Schadenmanagement. Das entspricht rund 170 Vollzeitstellen.
 
Suva-Sprecherin Simone Isermann bestätigte am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur 'Keystone-sda' einen Bericht in Publikationen des CH-Media-Verlags. Bei dieser Grössenordnung handle es sich aber erst um eine Schätzung, heisst es im Artikel. Die Suva geht davon aus, den grössten Teil des geplanten Stellenabbaus durch Pensionierungen, Kündigungen und Stellenwechsel auffangen zu können.
 
Das Unternehmen betont, dass es sich bei der Massnahme um ein Digitalisierungsprojekt und nicht um ein Sparprogramm handle. Dies zeige sich daran, dass parallel auch neue Stellen in "zukunftsträchtigen Bereichen" geschaffen würden. Vor allem im Bereich Datenverarbeitung.
 
KI und Automatisierung statt Menschen
Zum Departement Schadenmanagement gehören unter anderem Sachbearbeiter in den Agenturen, Kreisärzte, Versicherungsmediziner am Hauptsitz oder auch Juristen für Einsprachen und Gerichtsfälle. Klar sei, dass nicht Juristen und Ärzte um ihren Job fürchten müssen, sondern Personen, die automatisierbare administrative Prozesse bearbeiten.
 
Im Geschäftsbericht 2018 der Suva heisst es, dass die Mitarbeitenden künftig von intelligenten Systemen unterstützt werden sollen. Diese seien beispielsweise in der Lage, aus einer Vielzahl von Dokumenten eine Zusammenfassung zu erstellen. Ausserdem könnten Algorithmen und KI Entscheidungen übernehmen. "Mitarbeitende werden künftig weniger administrative Aufgaben ausführen, sondern sich auf komplexere Aufgaben konzentrieren. Das heisst, dass sich die Anforderungsprofile verändern und es bestimmte Arbeitsplätze so nicht mehr geben wird", so die Suva-Sprecherin. (Keystone-sda/kjo)