Zürich und Genf sind im "Smart City"-Ranking Weltspitze

"Eine weltweit anerkannte 'smarte' Stadt zu sein, ist heute entscheidend, um Investitionen und Talente anzulocken," glauben das IMD World Competitiveness Center und die Singapore University of Technology and Design.
 
Dabei geht es den Autoren darum, wie Einwohner die "Smart-City"-Programme wahrnehmen und dabei "wirtschaftliche und technologische Aspekte" mit "menschlichen Dimensionen" in Einklang bringen können.
 
Zürich und Genf gelingt dies offenbar vergleichsweise sehr gut, wenn man dem Ranking von 102 Städten rund um den Globus Glauben schenkt. Zürich liegt in der Rangliste auf Platz zwei, nur von Singapur übertroffen. Auf Rang drei steht Oslo, gefolgt von Genf auf Rang vier.
 
Als Kriterien der Bewertung dient laut den Autoren die Einstellung und Haltung der Bewohner einer Stadt. So etwa die Frage, wie "intelligent" in der Stadt wirtschaftliche und technologische Aspekte mit "menschlichen Dimensionen" ins Gleichgewicht gebracht würden.
 
Gelobt werden in Zürich die medizinische Versorgung oder der öV, das Kulturleben und die Volksschule ebenso wie die Weiterbildungsangebote.
 
In diesen "strukturellen" Aspekten erhielt Zürich ein "AAA"-Rating, in den ebenfalls abgefragten technologischen Fragen hingegen nur ein "A". Das Kaufen eines Konzert- oder öV-Tickets hat Zürich gut im Griff, auch Online-Stellenbörsen sind gut. Hingegen wünschen sich die Teilnehmer in technologischer Hinsicht eine App, um die Luftverschmutzung zu messen, eine Parkplatz-Such-App und eine Plattform, um Ideen für höhere Lebensqualität vorbringen zu könne. Einen Arzttermin online abzumachen, könnte auch besser gelöst werden.
 
Gefragt wurde auch nach der Zufriedenheit mit dem Informatikunterricht in den Schulen. Die Zufriedenheit ist nicht sehr hoch, aber unter allen abgefragten Aspekten ist er doch vorderen Drittel.
 
Als dringendste, zu lösende Fragen stellt sich für Zürich "bezahlbaren Wohnraum" und "Stau".
 
Genf erreicht den Rang vier weltweit speziell wegen Grünflächen und dem Kulturleben, aber auch der Online-Zugang zu Verwaltungsinformationen und die Online-Angebote zum Ticketkauf. Der Informatikunterricht an den Schulen wird ebenso positiv bewertet wie in Zürich.
 
Jedem, der Genf ein bisschen kennt, leuchten die zentralen Negativpunkte ein – verstopfte Strassen und Parkplatznot.
 
Zur "smartesten Stadt" der Welt wählten deren Bewohner Singapur. Hier wird speziell die öffentliche Sicherheit, Monitoring der Luftqualität und der Verkehr positiv hervorgehoben.
 
Starke Zustimmung für Gesichtserkennung
Die Safe-City-Verantwortlichen in Smart-City-Projekten dürften mit Genugtuung feststellen, dass in Genf und Zürich die Akzeptanz von Gesichtserkennung hoch ist.
62,6 Prozent der befragten Genfer Bewohner stehen der Technologie positiv gegenüber, wenn es um öffentliche Sicherheit geht. Noch höher ist die Akzeptanz verblüffenderweise im roten Zürich: 65 Prozent der Befragten erklären sich als "sehr einverstanden", wenn Gesichtserkennung eingesetzt wird.
 
Die Schlusslichter
Peking und andere chinesische Städte finden sich übrigens nicht in den Top-40. Die schlechtest platzierte europäische Stadt ist noch hinter Medellin Athen auf Rang 95. Aber die Griechen liegen noch vor dem Schlusslicht Lagos. In der afrikanischen Grossstadt stechen nur gerade der Stellenmarkt und das Kulturleben positiv heraus.
 
Die Studie ist als PDF verfügbar. (mag)